Kal David & Lauri Bono: Paragon

Kal David & Lauri Bono: Paragon

Take That Task Records/Cargo

VÖ: 13.04.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Kal David hat bisher ein bewegtes Leben als Musiker hinter sich. Als Gitarrist für John Mayall spielte er in dessen Bluesbreakers-Formation. Er stand dabei allerdings nie in der ersten Reihe und dem Rampenlicht. Kenner haben David natürlich auf dem Schirm. Wer das Instrument Gitarre liebt wird sowieso wissen, dass der Mann ein Virtuose ist. Jetzt veröffentlicht er zusammen mit seiner Frau Lauri Bono eine neues Album. „Paragon“, so sein Titel, wurde übrigens in der Nähe von Köln aufgenommen.

 

„Paragon“ ist im Grunde ein Kal David-Album. Lauri Bono ist mal mehr, mal weniger, für den Backgroundgesang zuständig. Dadurch, dass David hier schon alleine durch sein dominantes Gitarrenspiel die Rolle des Leaders übernimmt, wird Lauri Bono naturgemäß etwas in den Hintergrund gedrängt. Man höre sich da beispielsweise „Same Old Story“ und seine ausufernden Soli an. Die Bläsersektion ist da nur schmuckes Beiwerk. In seiner Lässigkeit erinnert das übrigens schwer an Eric Clapton. „Lonely Feeling“ hat Lauri Bono als führende Vokalistin am Start. Die Nummer wurde im Blues gebadet – Kal David schmückt das mit reichlich Solopassagen aus und lässt die Saiten schön jaulen. Geschrieben wurde das Stück übrigens von John Mayall.

 

„Are You Lonely For Me Baby“ ist eine schöne Mischung aus Soul und Blues „Riding With The King“ muss man ja hoffentlich nicht weiter vorstellen. Die John Hiatt-Nummer kennt ja nun wirklich jeder, der etwas für Rockmusik übrig hat. Gute, aber nicht herausragende Interpretation. Auch „The Thrill Is Gone“ ist ja ein Klassiker. Da reicht aber nichts an B.B. King heran. Das fluffige „If I Could Build My Whole World Around You“ ist ein schöner und entspannter Soulsong. Dem gegenüber steht dann ein astreiner Bluestrack wie „Voice Of The Blues“. Die Stimme von Lauri Bono ist leider nicht so ausdrucksstark als dass sie den Song tragen könnte. Da ist dann leider auch das filigrane Gitarrenspiel nicht mehr der Retter in der Not.

 

Der langsame Blues „Broken Wings“ stammt auch  aus der Feder von John Mayall und wird hier in einer herausragenden Interpretation dargeboten. Mit „Same Love“ gibt es auch einen Song aus der Feder von Lauri Bono zu hören. Spektakulär wird das aber erst durch die Gitarre von Kal David und die Hammond Orgel. „When Something Is Wrong With My Baby“ kann dem Original von Isaac Hayes nicht das Wasser reichen. Die Stimme von Hayes ist dafür auch einfach zu markant und ausdrucksstark.

 

Fazit: „Paragon“ ist ein gutes, bluesgetränktes Album von Kal David und Lauri Bono, bei dem der Ausnahmegitarrist aber eindeutig den Ton – nicht nur auf der Gitarre – angibt. Wer Blues und Soul der alten Schule liebt, ist hier gut aufgehoben.

 

http://www.kaldavid.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch