Kadebostany: Monumental

Kadebostany: Monumental

Republic of Kadebostany/Alive

VÖ: 13.04.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Kadebostany wird als Pop-Marke aufgebaut, die ein bisschen geheimnisvoll ist und bei der man nie so ganz weiß, wer da jetzt so genau seine Finger im Spiel hat. Neben der Musik ist die visuelle Umsetzung und die Präsentation auch von immenser Bedeutung. Kadebostany ist aber nicht etwa eine Ansammlung von vielen gleichberechtigten Künstlern. Die Fäden laufen alle bei Guillaume de Kadebostany zusammen. Er ist der Kopf hinter dem Projekt und ist ebenfalls für die Songs verantwortlich und schreibt selbige. Jetzt gibt es mit „Monumental“ ein neues Album.

 

Nimmt man nur die Musik, dann ist Kadebostany letztlich auch nicht mehr als ein Pop-Act, wie es eben auch so viele andere gibt. Da wird hin und wieder zwar das ganz große Besteck heraus geholt, aber das ist ja nicht neu. „Soldier Of Love“ ist zu Beginn ein gut tanzbarer Track. Die weibliche Stimme gibt der Geschichte aber erst die richtige Würze. Ein bisschen Theatralik und Bombast auf Seiten der Musik sorgt dann aber auch noch für das große Blingbling. „Mind If I Stay“ ist an zweiter Stelle allerdings eine kleine Überraschung. Balladen kommen eigentlich ja erst immer später. Zunächst gibt es nur die Stimme und die Akustikgitarre zu hören, bevor ein paar Soundschichten sich dazu gesellen, aber dann auch wieder verstummen. Die melancholische Grundstimmung verstärkt die Intensität zusätzlich. Das könnte man sich durchaus von Adele vorstellen! Überhaupt kommt einem öfters der weibliche Superstar dieser Tage in den Sinn. Auch „Voodoo Love“ geht in diese Richtung, ist aber poppiger aufgebaut.

 

Mit „Save Me“ gibt es eine weitere Ballade im Stile von dem schon erwähnten „Mind If I Stay“. Das passt übrigens alles so gar nicht zur optischen Verkleidung von Kadebostany. Man darf und sollte „Monumental“ durchaus ernst nehmen. Gut, „Time Bomb“ ist vollends drüber und ein knalliger Poptrack. „I Still Believe“ ist aber schon der nächste ruhige Song im Adele-Stil. „Rising Empire“ klingt sogar wie ein Filmscore, was bei dem Songtitel aber natürlich zu erwarten war. „Kill The Noise“ ist eine weitere, verträumte Popballade. Gesanglich ist das übrigens immer der Knaller. Chapeau! Zu „Joy & Sorrow“ darf wieder dezent getanzt werden, nur um danach mit sanften Pianoklängen und „Frozen To Death“ wieder in den Sessel geschubst zu werden um dieser ganz großen Ballade zu lauschen.

 

„Cathedral“ und „Early Morning Dreams“ sind weitere tolle Popsongs, die nicht unbedingt zum Tanzen einladen, aber mit sehr viel Atmosphäre und tollen Sounds ins Ohr gehen, dabei aber nicht diesen Nervfaktor haben, den man sonst so von der Popmusik dieser Tage gewöhnt ist. „Eternal Boats“ ist das Albumende. Es endet wie ein Musical. Vielleicht ist „Monumental“ auch genau das. Aber ein gutes!

 

Fazit: „Monumental“ ist ein gutes Popalbum, welches sich meist den ruhigeren Klängen widmet. Das ist teilweise einer Adele nicht unähnlich. Verblüffend. Das passt mitunter so überhaupt nicht zur Darstellung von Kadebostany, aber irgendwie muss man ja auch auf sich aufmerksam machen. Die Schweiz kann durchaus gute Popmusik produzieren, wie dieses Beispiel hier eindrucksvoll unter Beweis stellt.

 

http://www.kadebostany.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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