Jomo: Bilderstürmer (EP)

Jomo: Bilderstürmer (EP)

Kamé Entertainment GmbH

VÖ: 10.11.2017

 

Tipp!

 

Jomo ist ein junger Künstler und ganz neu auf der Musiklandkarte. Wer seine Debüt-EP mit einem Song wie „Bilderstürmer“ eröffnet, hat wohl ganz dicke Eier. Neonazis, Hitler, Mauer um Europa, Drogen – die ganze Palette der Abscheulichkeiten. Wer soll das unseren Kindern erklären, fragt Jomo da. Dazu werden düstere Beats gereicht, dass einem Hören und Sehen vergeht. Der Sprechgesang sorgt zusätzlich für eine bedrohliche Atmosphäre. Und ja, wer dabei an Capser denkt, liegt sicher nicht so falsch. Jomo ist aber keine Kopie, das sollte nun lediglich als Orientierung dienen.

 

„Feuer“ groovt anschließend wie Sau. Drums, Beats, Scratching – alles geht. Auch hier bleibt es düster. „Burnout“ ist musikalisch etwas entspannter. Als besonderes Bonbon ist Samy Deluxe als Feature dabei. Unnötig zu erwähnen, dass es textlich nicht gerade belanglos wird, denn der Titel lässt ja keinen Interpretationsspielraum. Jomo nimmt sich den Themen dieser Zeit an und dies macht er gut. Und wie es auch mal anders geht thematisiert er bei „Jetzt Oder Nie“. „$$$“ ist eher in die Indiepop-Richtung gedriftet. Die Aggressivität vom Beginn ist da gewichen. „Haus Mit Garten“ schält sich dann zum Schluss ganz langsam und depressiv aus den Boxen.

 

Fazit: Man ist ja überrascht von der Unverbindlichkeit deutscher Musiker und Künstler. Lieber nichts sagen und immer schön belanglose Themen und Musik fabrizieren. Jomo ist da ganz anders gestrickt. Zwischen Rap und Indiepop/rock ist das teilweise ein ziemlich düsteres Brett. Thematisch nimmt Jomo kein Blatt vor den Mund und legt auf intelligente Art und Weise den Finger in die kranken Wunden dieser Gesellschaft. Hoffentlich bald auch auf Albumlänge!

 

http://www.jomomusik.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch