Johnny Lang: Signs

Johnny Lang: Signs

Provogue / Mascot Label Group

VÖ: 25.08.2017

 

Wertung: 7,5/12

 

Und? Wer erinnert sich noch an „Fight For My Soul“ von Johnny Lang? Das Album aus dem Jahre 2013 war eine Vollkatastrophe, daran hat die Zeit auch nicht sonderlich viel geändert. Nun gibt es mit „Signs“ das erste Album seit vier Jahren. Vielleicht hat Lang die Zeit genutzt und sich auf seine alten Stärken besonnen. Er kann es ja, das hat er in der Vergangenheit ja schon mehrfach bewiesen. Und tatsächlich, „Signs“ ist um Längen besser als sein Vorgänger. Na gut, dies war jetzt auch nicht sonderlich schwer. Ein Meisterwerk ist „Signs“ nämlich auch  nicht, aber ein Album aus einem Guss. Puristische Songs, die durchaus überzeugen und hin und wieder sogar begeistern.

 

Johnny Lang hat ja den Blues. Auch Soul. Und Funk. Funk, wie ihn Prince gespielt hätte. Mit „Make It Move“ watet Lang zunächst aber durch die Sümpfe und singt ein Klagelied wie ein Voodoopriester. „Snakes“ rockt und rollt bedrohlich und dunkel. Hier kann der gute Johnny auch seiner Stimme mit dieser unglaublichen Klangfarbe freien Lauf lassen. „Last Man Standing“ drückt danach sogar noch mehr auf das Tempo und legt noch mal Härte zu. Das geht dann ja fast schon als Hardrock durch.

 

Das Titelstück „Signs“ ist dann eine Mischung aus Blues und Funk. Das Gitarrenspiel erinnert dabei sogar an Prince. Bei „What You´re Made Of“ wagt sich Lang hin und wieder sogar in die gesanglichen Gefilde vor, die schon das kleine Genie erschlossen hat. Ein wenig Reggae wird da auch noch auf die Orgel geschmissen. Bei „Bitter End“ gibt Lang alles. Das Stück baut sich langsam auf, entlädt sich dann aber in eine Anklage die sich gewaschen hat. Entspannt geht es mit „Stronger Together“ in die zweite Albumhälfte. Zwischen Soul, Reggae und Funk richtet er es sich ganz gemütlich ein. Mit „Into The Light“ findet er sogar zu seiner Lässigkeit zurück. „Bring Me Back Home“ ist dann die gefühlvolle Ballade, die bisher gefehlt hat. Und auch hier kommt einem wieder Prince in den Sinn. „Wisdom“ sollte sich Joe Bonamassa mal anhören. So geht das mit Gefühl und Authentizität im Blues. „Singing Songs“ ist ein etwas zu theatralischer und schmalziger Abschluss. Schade, dass das Werk mit „Wisdom“ nicht sein würdiges Ende gefunden hat.

 

Fazit: Johnny Lang meldet sich nach vier Jahren zurück. Die Erwartungen waren nach dem Totalausfall des Vorgängers von „Signs“ im Keller. Jetzt rockt der Mann aber wieder und legt an Härte zu. Den letzten Song blenden wir einfach mal aus, denn dann ist das ein solides bis sehr gutes Album zwischen Blues, Rock and Roll, Soul, Reggae und Funk!

 

http://jonnylang.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

Johnny Lang: Fight For My Soul

Johnny Lang: Fight For My Soul

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 30.08.2013

 

Wertung: 4,5/12

 

Wer erinnert sich noch an Johnny Lang? Bitte melden! Musiknerds sind von der Teilnahme allerdings ausgeschlossen, denn selbstverständlich ist der Sänger, Gitarrist und Songschreiber in diesen Kreisen immer noch bekannt. Johnny Lang war in der zweiten Hälfte der 90er allerdings mal auf den Weg in die Liga der Superstars vorzudringen – und da war er nicht mal volljährig. Seinen ersten Knaller „Lie To Me“ kennt auch heute noch jedes Kind. Das Album „Wander This World“ wurde 1998 gar für den Grammy nominiert. Mittlerweile ist Lang längst erwachsen. In die Verlegenheit einer Grammy-Nominierung wird der 32-jährige mit seinen neuesten Werk „Fight For My Soul“ allerdings nicht kommen.

 

Was sich der Mann auf dieser Platte zusammengeschustert hat ist völlig uninspiriert und teilweise erschreckend weit entfernt von dem dreckigen Rock seiner Anfänge. Da war er übrigens 14 Jahre jung. Der Schmalz von „Seasons“ ist von der schlimmsten Sorte und verursacht Karies. Was ist eigentlich aus der einst so faszinierenden Stimme geworden? Davon ist kaum noch etwas vorhanden. Aber auch das einzigartige Gitarrenspiel geht fast komplett unter. „I´ll Always Be“ ist die furchtbare Mischung aus Muse, Meat Loaf und Queen und auf die hat die Menschheit nicht gerade gewartet.

 

Mit „Blew Up (The House)“ fängt es ja noch ganz vielversprechend an und man hat die berechtigte Hoffnung auf eine Rockscheibe. Zwar hört sich das Ding an, als wäre das ein Outtake zum Soundtrack von „Zurück In Die Zukunft“, aber immerhin kann man so etwas wie einen rockigen Ansatz hören. „Breakin´ In“ groovt zumindest und hätte auch auf den letzten Alben von Lenny Kravitz einen Platz gefunden. Gut, die waren zwar nicht ganz so gut, aber besser wie vieles auf diesem Album hier. Wo ist der Blues geblieben? Bei „We Are The Same“ aber, oder? Die ersten Klänge deuten hoffnungsvoll in diese Richtung, dann nimmt Lang aber die Funk-Popabbiegung, die ab der Mitte eine ganz furchtbare Wendung nimmt. Über „What You´re Looking For“ kann man aber auch ein paar positive Worte verlieren, denn der Backing-Chor ist gut. Auch die sechs Saiten werden ordentlich bearbeitet. Wer auf die 80er abfährt ist hier zu Hause. Über „Not Right“, „The Truth“ und „River“ breitet man besser den Mantel des Schweigens aus. Dagegen wirken die letzten Alben von Bon Jovi wie komplexe musikalische Abhandlungen. Schlimm, ganz schlimm. „Fight For My Soul“ könnte auch von einem gewissen Chris Norman gesungen werden. Noch Fragen?

 

Fazit: Aus dem einstigen Wunderkind Johnny Lang ist ein Mann geworden und doch wünscht man sich den Jungspund wieder zurück. Was er mit „Fight For My Soul“ abliefert ist saft- und kraftlos und erschreckend uninspiriert. Die Produktion ist dazu auch noch altbacken. Ein paar wenige Glanzlichter gibt es, aber im Grunde ist weder etwas von der charismatischen Stimme, noch vom prägenden Gitarrenspiel geblieben. Zurück in die Zukunft mit Johnny Lang – bitte!

 

www.jonnylang.com

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch