John Illsley: Coming Up For Air

John Illsley: Coming Up For Air

Blue Barge Records/Creek Records/Cargo Records

VÖ: 22.03.2019

 

Wertung: 8/12

 

John Illsley hat als einziges Gründungsmitglied neben Mark Knopfler die komplette Zeit bei den Dire Straits mitgemacht. Selbst bei seinen Soloalben in den 80ern half dem Bassisten Mark Knopfler an der Gitarre aus. Diese Zusammenarbeit hat natürlich ihre Spuren hinterlassen. Man hört den Solosachen von Illsley schon sehr deutlich an, wo er ganz lange Zeit seine Fähigkeiten einbringen konnte. Jetzt gibt es mit „Coming Up For Air“ ein neues Album auch hier weht der Wind der Vergangenheit durch.

 

„Coming Up For Air“ ist ziemlich kurz ausgefallen. Sieben Songs und 31 Minuten müssen für die fünfte Veröffentlichung in fünf Jahren reichen. Das Album erinnert abermals mehr an die Dire Straits, denn die gesamten letzten Werke von Knopfler. „Coming Up For Air“ ist übrigens eine große Portion positiver als sein Vorgänger ausgefallen. Der Titelsong ist der Ausreißer und voller Melancholie und Schwermut. Der heimliche Höhepunkt des Albums folgt direkt im Anschluss. „So It Goes“ hat ein tolles Intro und dann legt der Song mit unfassbar schönen Gitarrentupfen los, die zudem sehr vielfältig ausgefallen sind. Das Arrangement ist zudem bezaubernd.

 

Das Album startet mit dem schmissigen „Old Amsterdam“. Hier wirft Illsley garantiert auch einen Blick zurück in die eigene Vergangenheit, als er mit den Dire Straits dort gastierte. Ein bisschen autobiografische Züge dürfte das haben. Bei „Double Time“ wird zunächst die Orgel ein Stück als treibende musikalische Kraft in Szene gesetzt, aber recht schnell von der Gitarre abgelöst. Ein schöner Midtempo Song. „When Thing Go Right“ plätschert etwas langweilig so dahin. Da schlafen einem die Füße ein. „Wild One“ rockt dafür ja ein bisschen mehr. Auch „Picking Up The Pieces“ shuffelt sich kreuz und quer durch den Dire Straits-Gemüsegarten. Das mag nicht spektakulär sein, ist aber für seine Anhänger sicher eine Offenbarung.

 

Fazit: Das Minialbum „Coming Up For Air“ hat alle Zutaten von John Illsley zu bieten. Der Mann wird in seinem Musikerleben seinen Weg garantiert nicht mehr verlassen. Nicht mal ein kleines Stückchen. Für alle Musikliebhaber ist das aber eine tolle Sache. Die Produktion ist extrem gelungen und kommt der vielseitigen Instrumentierung sehr entgegen. Das Songwriting ist gut und die Umsetzung ebenso. Natürlich kann Illsley seine Vergangenheit bei den Dire Straits nicht leugnen und das will er auch nicht. Vieles auf dieser Platte klingt nach Knopfler, aber das ist bitteschön als Ritterschlag zu verstehen.

 

http://www.johnillsley.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch