John Fogerty: Premonition

John Fogerty: Premonition

BMG

VÖ: 27.04.2018

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

John Fogerty war Gründungsmitglied von Creedence Clearwater Revival und schrieb mit der Band Musikgeschichte. Auch als Solokünstler wurde ihm immer wieder große Beachtung zuteil. Der Mann wurde über viele Jahrzehnte zu einem sehr einflussreichen Musiker, der viele Generationen beeinflusst hat. Im renommierten Rolling Stone Magazin wird er gleich unter den 100 größten Gitarristen, den 100 größten Songschreibern und 100 größten Sängern geführt. Viele Auszeichnungen pflastern seinen künstlerischen Weg. Selbstverständlich wurde er auch schon in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Jetzt werden Neueditionen seinen Backkatalogs aufgelegt. Den Anfang machen „Blue Moon Swamp“, „Centerfield“ und „Premonition“.

 

Zur Besprechung liegt „Premonition“ aus dem Jahr 1998 vor. Dieses Album erscheint übrigens nur auf CD! „Blue Moon Swamp“ wird beispielsweise auch in blauem Vinyl aufgelegt, „Centerfield“ erscheint ebenfalls als limitierte LP im Gatefold-Format mit einem „Baseball Stadion Pop Up“! „Premonition“ ist im Grunde eine Zusammenstellung aus Creedence Clearwater Revival-Gassenhauern und Solo-Hits – allerdings im Live-Format!

 

Eingespielt wurden die Songs im Dezember 97 in den Warner Studios in L.A. an zwei Abenden - und zwar live. Die Songauswahl ist formidabel, Führt man sich dabei vor Augen, dass es CCR nur in dem Zeitraum von 68 bis 72 gegeben hat, dann ist der Klassikerfaktor schon mehr als beachtlich. Man mag ja jetzt anmahnen, dass die Begleitband von Fogerty in diesem Dezember 97 nicht die Klasse von Creedence Clearwater Revival gehabt hat. Stimmt aber nicht! Der Sound ist erstklassig und die Musiker spielen wie eine Garagenband auf: dreckig, ziemlich ungestüm und doch herzerfrischend! Vielleicht lag es auch an dem nervenzehrenden Rechtsstreit, den Fogerty für seine Songs ausfechten musste, dass er hier so angriffslustig klingt. Fakt ist jedenfalls, dass dies mitunter die besten Live-Versionen sind, die es von diesen Nummern gibt!

 

Wie sich da in „Bad Moon Rising“ geworfen wird, ist schon beachtlich. Die Band agiert auf den Punkt genau. Fogerty singt dazu wie ein junger Gott. Dies war schon bei der Eröffnung mit „Born On The Bayou“ klar. Der Klassiker „Green River“ ist der pure Rock and Roll und auch „Susie Q“ kommt schön rockig daher – das Gitarrensolo ist erstklassig und ein Spiegelbild der 90er! „I Put A Spell On You“ hat da noch mehr Gitarrenarbeit der Extraklasse zu bieten. Mike McCready von Pearl Jam dürfte dieses Album ganz sicher auch im Schrank stehen haben! Selbst das damals schon ausgelutschte „Rockin´ All Over The World“ hat eine Menge Schmackes zu bieten und macht Spaß. Selbstverständlich darf auch „Centerfield“, das einzige Lied, das jemals in die „Baseball Hall Of Fame“ aufgenommen wurde, nicht fehlen. Das Hitfeuerwerk „Bad Moon Rising“, „Fortunate Son“ und „Proud Mary“ mäht auch im Jahr 2018 noch alles auf fetten Rockwalzen nieder. Das ist eine Spielfreude, die zum Niederknien ist! Abgesehen davon sind das natürlich auch längst Klassiker der Musikgeschichte! Und was für welche!

 

Fazit: Wer von John Fogerty und Creedence Clearwater Revival schon immer einen Überblick über die größten Hits haben wollte, wird mit „Premonition“ bestens bedient werden. „Travelin Band“ als Rausschmeißer ist wohl bestens geeignet um das Geschehen hier auf den Punkt zu bringen: nämlich unbändige Spielfreude. Ja, die Songs liegen alle in einem formidablen Live-Gewand vor und lassen so manchen Studiotrack ziemlich alt aussehen. Eines der großen Livealben, auch wenn es nicht eine komplette Show von einem Abend beinhaltet!

 

https://johnfogerty.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch