Jessy Martens (And Band): Tricky Thing

Jessy Martens (And Band): Tricky Thing

Jayfish Records/Membran

VÖ: 29.09.2017

 

Wertung: 7/12

 

Jessy Martens hat sich für ihr neues Studioalbum viel Zeit gelassen. Der Vorgänger von „Tricky Thing“ hat nun auch schon vier Jahre auf dem Buckel. Natürlich war die kleine Powerfrau in der Zwischenzeit nicht untätig. Sie hat ein Album mit Andreas Kümmert aufgenommen, ein Live-Album von einem NDR2 Radiokonzert veröffentlicht und war natürlich auch immer wieder auf den Brettern, die die Welt bedeuten, zu sehen. „Tricky Thing“ hat sie mit ihrer Stammbesetzung eingespielt. Die Herren halten ihr einfach die Treue – zumindest musikalisch. Aufgenommen wurde die Sause im Hamburger Hafenklang Studio.

 

Zehn Songs haben es nun auf „Tricky Thing“ geschafft. Es ist auch besser durch Qualität als durch Quantität aufzufallen. Wie viele Alben sind in der heutigen Zeit einfach gnadenlos überladen, weil sich mindestens zwölf, mittlerweile sogar oftmals vierzehn Songs als Albumstandard etabliert haben. Füllmaterial ist aber bekanntlich noch nie eine gute Idee gewesen. Gut, dass Jessy Martens einen anderen Weg gewählt hat!

 

Die Dame hat eine große Stimme. Kraftvoll und intuitiv singt sie ihre Songs. Es drängt sich da teilweise der Vergleich zu Beth Hart auf. Die bluesige Rocknummer „Pack Of Lies“ könnte man sich durchaus auch von Frau Hart vorstellen – und dies ist bitte ausdrücklich als Kompliment zu verstehen. Überhaupt bewegen sich die beiden Damen in ähnlichen Gefilden: Rock, Blues und Soul. „Stronger“ drückt und pumpt gar klassisch den Rock der alten Schule heraus. Liebe kann auch schmerzhaft sein, diese Erfahrung hat wohl auch Jessy Martens gemacht, wenn man ihr so zuhört. Die Ballade „Hush Now“ ist nicht schmalzig, trotzdem traurig, aber auch anklagend. Und ein lässiges Gitarrensolo gibt es noch dazu. „Tricky Thing“ - der Song – ist eine weitere Ballade wie man sie sich abermals von Beth Hart vorstellen könnte.

 

Keine Sorge, es wird jetzt aber nicht zu rührselig. Mit „Insanity“ darf es wieder ein bisschen Blues und ein bisschen Rock sein. Man meint, dass man die Songs irgendwie alle schon mal gehört hat. Dies liegt an der Instrumentierung, den Arrangements, auch an der Produktion und natürlich am Songwriting. Die Stimme von Jessy Martens sorgt dafür, dass es dann doch noch den berühmten Aha-Effekt gibt. Das gilt für „Undercover“ ebenso wie für die Ballade „Fire“. „Home“ ist bombastisch aufgeladen und geht in Richtung Stadionhymne. In den 80ern wäre das zumindest eine Nummer für die Stadien gewesen. Das soulig entspannte „By Your Side“ weiß noch mal zu gefallen, bevor das nachdenkliche und akustische „Giants“ das neue Album beendet.

 

Fazit: Jessy Martens hat mit „Tricky Thing“ endlich mal wieder ein neues Album aufgenommen. Wer auf klassisches Material zwischen Rock, Blues und Soul steht, kriegt hier die Vollbedienung geliefert. Man darf jetzt keine großen Innovationen erwarten, dafür kriegt man aber gutes Handwerk und eine kraftvolle Frauenstimme geliefert, die sich hinter einer Beth Hart nicht zu verstecken braucht.

 

www.jessymartens.de

 

Text: Torsten Schlimbach

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