Jason Becker: Triumphant Heart

Jason Becker: Triumphant Heart

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 07.12.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Van-Halen-Sänger David Lee Roth holte einst Jason Becker an Stelle von Steve Vai für die Produktion seines dritten Soloalbums „A Little Ain‘t Enough“ als Leadgitarristen in seine Band. Die beiden komponierten das „A Little Ain‘t Enough“-Material gemeinsam. Die von Bob Rock (Metallica) produzierte Platte erschien Anfang des Jahres 1991 und wurde wenig später mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnet. In der Entstehungszeit traf Becker ein Schicksalsschlag: Bei ihm wurde Amyotrophe Lateralsklerose diagnostiziert, eine nicht heilbare Nervenkrankheit, die zu annähernd vollständiger Bewegungsunfähigkeit führt. Für das Schreiben von Musik verwendete er fortan ein Keyboard. Seit er auch dazu körperlich nicht mehr in der Lage ist, einen Rollstuhl benötigt, künstlich beatmet wird und nicht mehr sprechen kann, kommuniziert und komponiert er nur noch mittels eines von Augenbewegungen gesteuerten Computers. Auf „Triumphant Heart“ finden sich nun noch von ihm selbst eingespielten, aus dem Archiv geretteten und hier erstmals zu hörenden fantastischen Gitarrenläufenläufen wieder

 

Das ist oft klassisch angehauchtm, wie der Titeltrack „Triumphant Heart“ oder auch „Fantasy Weaver“. Die Instrumentalstücke sind zwar nett umgesetzt, sind aber auch wenig mitreißend. „Once Upon A Melody“ ist dann gar komplett der Klassikabteilung zuzuordnen. Die Geigen lassen die Gitarren komplett in den Hintergrund treten. Das muss man mögen. Reine Gitarrenfanatiker kommen bei dieser opulenten Ausarbeitung nicht unbedingt zur Geltung. „We Are One“ fängt wie eine Queen-Nummer an, kriegt dann aber einen lässigen Soul/Funk-Einschlag verabreicht. Die Gitarre darf ordentlich aufheulen. Geht doch.

 

Mit „Magic Woman“ wird es dann aber schon wieder ruhiger und langsamer. Uli Jon Roth unterstreicht bei diesem Stück, dass er ein sehr gefühlvoller Gitarrist ist. „Blowin´ In The Wind“ ist eine überraschend gute und unprätentiöse Version. „River Of Longing“ ist ein typischer Gitarrensong für Joe Satriani. „Valley Of Fire“ hat danach sogar eine ganze Armee an Gitarristen aufgefahren. Von Seve Vai bis hin zu Joe Bonamassa reicht der Reigen. Griffbrettwichserei der Extraklasse. „Taking Me Back“ knallt endlich mal ordentlich und hat nicht nur das übliche Gegniedel zu bieten. „Tell Me Lies“ entpuppt sich als Hardrockblues. Kann man machen - jedenfalls, wenn das so durch die Sümpfe watet. „Hold On To Love“ wird sicher in der Weihnachtszeit für Gänsehaut sorgen. Ein netter Abschluss. „You Do It“ kann man ja nicht zählen.

 

Fazit: „Triumphant Heart“ spannt einen Bogen von der Klassik zum Jazz, vom Blues zum Rock. Der eher ruhige und elegische Anteil ist allerdings recht hoch und auch der an die Klassik angelehnte Teil ist für das Album von immenser Bedeutung. Die Instrumentalstücke ziehen sich zudem etwas langatmig und auch langweilig dahin. Das ist letztlich alles nicht schlecht, haut einen aber auch nicht vollends aus den Schuhen!

 

https://jasonbecker.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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