Jason Aldean: 9

Jason Aldean: 9

BMG

VÖ: 22.11.2019

 

Wertung: 7,5/12

 

Jason Aldean ist ein amerikanischer Superstar, der in unseren Breitengraden eigentlich nicht unbedingt ein Begriff ist. Wer nicht gerade den amerikanischen Musikmarkt beobachtet, hat den Mann kaum auf dem Schirm. Traurige Berühmtheit erlangter er bei uns in Zusammenhang mit dem Massenmord in Las Vegas 2017. Aldean war der Künstler, der gerade auftrat, als bei dem Angriff mit Schusswaffen 58 Menschen starben und 869 verletzt wurden. Jetzt veröffentlicht Aldean sein neuntes Album. Die 9 war schon immer seine Glückszahl, zudem seine Baseballnummer und somit lag es fast auf der Hand, dass dieses Werk „9“ betitelt wurde.

 

Jason Aldean hat zwar viele Elemente des Country in seiner Musik integriert und er wird auch oft als Countrysänger verstanden, aber wenn man sich seine Musik so anhört, dann ist das AOR. Er fühlt sich in der Mitte der Straße sehr wohl und macht Musik für ein amerikanisches Mainstreampublikum. Wenn man jemandem moderne, amerikanische Musik vorspielen müsste, dann könnte man als Erstes Jason Aldean aus dem Hut zaubern.

 

Die Produktion von „9“ ist ziemlich fett. So eine Rocknummer wie „Tattoos And Tequila“ könnte man sich auch gut von Matchbox 20 vorstellen, wenn die Band denn noch neue Musik veröffentlichen würde. Mit „Blame It On You“ gibt es zu Beginn den sanften Einstieg in die Scheibe. Der Song gehört in die großen Arenen der USA und wird Jung und Alt begeistern. Aldean weiß einfach, wie man große Hymnen schreibt. „Champagne Town“ erinnert an Keith Urban und mit der melancholischen Ballade „Some Things You Don´t Forget“ wird er die Fantasien der Damenwelt in Wallung versetzen. Der Aufbau und das Gitarrensolo wird auch Bon Jovi-Fans abholen. Auf ruhigen Sohlen schleicht er mit „Got What I Got“ durch die staubigen Straßen im Süden der USA.

 

Im Grunde ist hier jeder Song eine große Hymne. Das trifft auf „Keeping It Small Town“ ebenso zu, wie auch auf „Camouflage Hat“ oder „Came Here To Drink“. Die beiden letztgenannten Songs lassen dann den Country auch etwas deutlicher nach vorne treten. Der Kerl rockt hin und wieder aber auch, beispielsweise bei „We Back“. Jeder Song hat übrigens eine melancholische Note. Dies ist mitunter auch einer der Gründe für seinen großen Erfolg. Sehnsüchte werde da geweckt und die eine oder andere Gänsehaut verursacht. Wenn man etwas bemängeln will, dann ist es die Länge des Albums. „Cowboy Killer“ oder „One For The Road“ haben dann auch nichts Neues hinzuzufügen und klingen wie ein Aufguss der bisherigen Tracks. Natürlich sind auch diese Stücke nicht schlecht, im Gesamtkontext aber dann doch unspannend.

 

Fazit: Jason Aldean legt mit „9“ ein Album mit typisch amerikanischer Mainstreammusik vor. Das vereint Country, Rock und Americana unter einem Hut und wird mit reichlich Melancholie angereichert. Die fette Produktion lässt mehr als nur erahnen, dass man es hier mit einem Superstar zu tun hat. Ab und an sind das genau die Sorte von Songs, die einen durch den Tag bringen können. Vielleicht nicht direkt sechzehn hintereinander, aber das ist ja bekanntlich dann auch Geschmackssache.

 

https://www.jasonaldean.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch