Jake Isaac: Our Lives

Jake Isaac: Our Lives

Universal

VÖ: 05.05.2017

 

Wertung: 8,5/12

 

Jake Isaac ist einer dieser berühmten DIY-Künstler. Gut, in Zeiten des Internets gibt es davon mittlerweile sehr viele und das ist ja auch das Schöne in den unendlichen Weiten des Netzes. Und doch liegen die Dinge bei dem Multiinstrumentalisten noch mal etwas anders. Seine bisher veröffentlichten vier EPs brachte er selbst auf den Weg, Konzerte folgten und nach und nach wurden auch die wesentlich berühmteren Kollegen auf ihn aufmerksam und erkannten sein Talent und verpflichteten ihn als Partner. Dies weckte natürlich auch Begehrlichkeiten an anderer Stelle. Und so ist es kaum verwunderlich, dass sein Debüt „Our Lives“ nun beim Branchenriesen Universal erscheint.

 

Was unterscheidet Jake Isaac denn nun vom Rest, dass da so ein Theater gemacht wird? Was unterscheidet seine Songs vom Rest dieser Tage? Im Grunde macht der Mann nicht besonders viel anders. Aber vieles richtig! Seine Songs sind authentisch. Da klingt nichts poliert und auch nicht glatt geschliffen. Die einzelnen Stücke wurden auch nicht bis zur Unkenntlichkeit nachbearbeitet. Am deutlichsten hört man das vielleicht auf der Ballade und dem Liebeslied „You And I Always“. Warmer Sound, ein paar Gitarrenklänge und diese wirklich sehr angenehme Stimme reichen aus. Bei „Better This Way“ ist es dann das Piano. Allerdings schwillt der Track zwischendrin opulent an.

 

Anderes, wie beispielsweise „I Got You“, ist im Soul zu verorten, hat gleichzeitig aber auch poppige Elemente. Mit „Will You Be“ mischt sich zu Beginn noch ein bisschen Gospel dazu. Hinzukommt die große Ohrwurmqualität, die fast jede Nummer auszeichnet. Das dynamische „Long Road“ schafft es komplett in der Balance zwischen Minimalismus und Pathos zu bleiben. „I Got You“ kommt sehr perkussiv daher, besticht aber auch durch eine unwiderstehliche Hookline. Wie feinfühlig Jake Isaac sein kann, unterstreicht er mit dem großartigen „Million Miles Away“. Das braucht sich nicht hinter den großen Künstlern der 70er zu verstecken. „Waiting Here“ ist der perfekte Song. Geht zu Herzen. Na gut, „Lose My Mind“ wird mit seiner Fröhlichkeit schnell nervend. Das Ding hört sich an, wie einer dieser unsäglichen Fußballsongs, die zu jeder EM oder WM mittlerweile herausgebracht werden. „One And Only“ zeigt ja, dass es besser geht – gleichwohl das Stück ähnlich angelegt wurde. „Lonely Are The Brave“ ist auf der Zielgeraden noch mal ein kleines Highlight.

 

Fazit: Jake Isaac veröffentlicht mit „Our Lives“ ein sehr schönes Album. Zwischen Soul und Pop richtet er seine Songs mit warmen, authentischen Sounds aus. Dies unterscheidet dann das Album vom unsäglichen Rest, der in diesem Genre mittlerweile veröffentlicht wird. Der Mann hat zudem eine sehr angenehme Stimme. Man hört ihm gerne zu. „Our Lives“ klingt wie aus einer anderen Zeit entsprungen, ist aber keineswegs altbacken oder rückwärtsgewandt. Musik mit Herz. Es kann manchmal so einfach sein.

 

http://www.iamjakeisaac.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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