Ivy Flindt: In Every Move

Ivy Flindt: In Every Move

Marland Records

VÖ: 24.08.2018

 

Wertung: 8,5/12

 

Ivy Flindt sind der Gegenentwurf zur Popmusik dieser Tage. Popmusik, die die Radiostationen so verstopft. Interessanterweise macht das Duo aber auch Popmusik. Bittersüße, melancholische Popmusik, die mal zärtlich und mal bissig daherkommt, dabei größtenteils sehr spärlich instrumentiert wurde. Sängerin Cate spielt auf „In Every Move“ teilweise auch Keyboard, während ihr musikalischer Partner Micha Gitarre und Bass beisteuert. Er ist übrigens gelernter Violinist. Unterstützung gab es für das Album aber auch noch von dem einen oder andere Sessions-Musiker, denn anders lässt sich das deutlich hörbare Schlagzeug dann doch nicht erklären. Das Album erschien ja bereits im August 2018, wird im Zuge von ein paar Videos nun aber noch mal promotet.

 

Eröffnet wird das Album mit „Seal My Lips“ wie eine dieser Indiepopscheiben. So ein bisschen erinnert das an die Cardigans. Der Refrain hat dann auch diese typischen Hitqualitäten, wie sie die Schweden auch immer im Gepäck hatten. „Give It A Break“ entschleunigt das Ganze noch ein bisschen mehr. Die Gitarre schwingt dabei so schön und der Gesang ist kristallklar wie ein Bergfluss. „Young And Pretty“ wird langsam dunkler, was sich mit „When You´re Not Around“ dann endgültig manifestiert.

 

„Nothing But You All On My Mind“ erinnert an den großartigen Leonard Cohen, während „Lonely Boy“ noch mal nach Indiehausen zurückkehrt. Gutes, widerspenstiges Ding. „Promised Land“ klingt nach Tristesse und Depression. Da wird die Instrumentierung noch minimalistischer und melancholischer. Portishead kommt einem da in den Sinn. „I Wish I Had A Girl“ ist dann endgültig im düstersten Tal der Menschheit angekommen. Trauriger geht es nicht mehr. Das orchestrale „I Leave The City In Its Pose“ ist danach fast schon feierlich. „Lonesome Story“ hat eine positive Grundstimmung, plätschert aber auch etwas zu gemächlich dahin. Das spröde „In Every Move“ beendet das Album dann mit vertontem Indie-Minimalismus.  

 

Fazit: Ivy Flindt haben mit „In Every Move“ ein betörendes, aber auch bedrückendes Album aufgenommen. Mal ist das bittersüß, dann wiederum melodramatisch, düster und melancholisch. Popmusik ohne auch nur im Ansatz mit den Grausamkeiten des Radios zu tun zu haben. Mit anderen Worten: Ivy Flindt machen alles richtig!

 

http://ivyflindt.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch