Isgaard: Human

Isgaard: Human

Flat Earth Music/Art Of Music/Timezone

VÖ: 11.10.2019

 

Wertung: 8/12

 

Isgaard nimmt sich mit dem achten Album den wichtigen Themen dieser Zeit an. „Human“ ist ein Konzeptalbum, welches viele wichtige Dinge thematisiert. Menschlich, so der Titel, ist das, was uns alle zusammenhält. Mitmenschlichkeit und Empathie. „Human“ hat aber auch die andere, dreckige, böse und zutiefst unmenschliche Seite zu bieten. Es geht dabei auch um eine traumatisierte Generation, Ignoranz und Egoismus.

 

Musikalisch wurde das mit der entsprechenden Tiefe umgesetzt und arrangiert. Da wurde ein ganzes Orchester inklusive Streicher im Overdub-Verfahren aufgenommen. Gesanglich werden da – wie bei „I Couldn´t Say Goodbye“ – so manche Höhen erklommen. Das erinnert dann, auch in der Ausarbeitung und der Dramatik – an Tarja. Anderes, wie beispielsweise der Opener „See The Leaves Falling“, könnte man sich auch von Clannad vorstellen.

 

Mit „The Sun Comes Up Tomorrow“ wird dem Zuhörer dann auch mal eine Gitarre kredenzt und nach und nach in das musikalische Zentrum gestellt. Es fallen einem viele Referenzen für „Human“ ein. „Black Swan“ ist der Musik einer Tori Amos auch nicht ganz unähnlich. „Your World Is Broken“ ist sehr dramatisch und theatralisch. Das Gitarrensolo verstärkt das zusätzlich. Ein gewisser Musicalcharakter ist da durchaus gegeben. Die Klassik ist auch nur eine Handbreit entfernt. Gerade jetzt im Herbst, ist das die richtige Musik! Sehr berührend. „Frozen Hearts“ rührt einen zu Tränen und wenn man dann noch die Hintergründe (Krieg in Syrien) dazu kennt, dann hat man einen ganz dicken Kloß im Hals. Mit „Borders“ gibt es sogar einen progressiven Dreiteiler. „Awakening“ beschäftigt sich mit der Ausbreitung des Menschen über den gesamten Planeten. Der zweite Teil „Fractioning“ thematisiert die Abschottung durch Ängste, was schließlich im dritten Teil „In The Cage“ mündet, einer Welt voller Mauern und Überwachung.

 

Fazit: „Human“ ist musikalisch ein Album, welches klassischen Elementen sehr zugetan ist, sich aber auch zwischen Clannad, Tori Amos oder Loreena McKennitt einbsortieren lässt. Thematisch werden die großen Themen unserer Zeit behandelt. Im Zusammenspiel ergibt das ein Dringlichkeit, die berührt. Abgesehen davon ist das ein Album für genau diese Jahreszeit. Hinsetzen und nachdenken über das, was wirklich wichtig ist!

 

https://www.isgaard.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch