Into The Unknown: Out Of The Shadows

Into The Unknown: Out Of The Shadows

Vigilante Records/Nova/Universal

VÖ: 20.10.2017

 

Wertung: 5/12

 

Into The Unknown sind noch ein völlig unbeschriebenes Blatt auf der großen Musiklandkarte. In ihrer Heimat Derbyshire in England hat es die Band zwar schon zu lokalem Ruhm gebracht, aber nun sollen eben noch eine ganze Menge mehr Leute auf die Kapelle aufmerksam werden. Auch auf dem europäischen Festland! Das Debüt „Out Of The Shadows“ soll dafür sorgen, dass Into The Unknown nun auch einen Platz auf der Musiklandkarte erhalten.

 

Es könnte sich als sehr schwieriges Unterfangen erweisen, denn die elf Songs von „Out Of The Shadows“ sind schon recht seltsam. Das liegt nicht an den Powerchords der alten Schule, auch nicht an dem klassischen Gesang von Lucie Hölzlová und auch nicht am handwerklichen Können. Der Sound ist aber eine Vollkatastrophe. Wer bitteschön hat diesen Brei abgenickt? Into The Unknown können natürlich nicht auf ein großes Budget für die Aufnahmen bauen. Das trifft aber auf viele Newcomer zu. Trotzdem, was hier angeboten wird lässt sich kaum in Worte kleiden. Alles, wirklich alles geht in diesem Brei unter. Die Abmischung ist zudem derart schlecht, da fragt man sich schon, warum man da nicht zumindest die Möglichkeiten, die das Jahr 2017 nun mal bietet, nicht genutzt hat?! Oder zumindest einen an die Regler und die Programme gelassen hat, der sich ein bisschen damit auskennt.

 

Als die Gitarre bei „Don´t Pay The Ferryman“ einsetzt, ist man sprachlos. Da singt auch irgendwo eine männliche Stimme mit, die aber natürlich im Brei untergeht. Und um ehrlich zu sein wird das auch nicht sonderlich gut gespielt und gesungen. Da bevorzugt man tatsächlich lieber das Original von Chris De Burgh! „Real Life Superman“ fängt vielversprechend an, aber auch hier gilt: lieber mal keine Höhen, keine Mitten, sondern lieber ein schönes Breichen anrühren. Dabei ist die Hookline eigentlich gut. Es bleibt nur der Soundmatsch übrig.

 

Bei „Why Me?“ hört man immerhin die schönen Akzente, die der Bass setzt. Ein Farbtupfer im Dickicht. Kommt cool. Überhaupt ist das eine lässige Nummer. Ist das Metal? Eher Indiekrach. Das ist näher an Sonic Youth oder den Breeders als an den klassischen Metalhelden. „We Are One“ wird durch ein Solo eingeleitet, wie man es von Iron Maiden kennt. Danach verschwimmen die Instrumente wieder zu einem Brei. „Monsters“ klingt leider wie eine Karikatur eines Songs. „Someone Like You“ und „Breaking My Heart“ sind im Balladenfach einzusortieren. Ja, „Wrecking Ball“ ist ein guter Song. Die Rede ist natürlich von dem Miley Cirus-Song. Into The Unknown zerschreddern die Nummer leider komplett. „Do What You Want To“ ist ein geradliniges Liedchen, welches endlich mal funktioniert. Mit dem epischen „Demons And Angels“ ist der Zauber dann aber auch schon wieder vorbei. Jetzt, da es gerade spannend wurde.

 

Fazit: Into The Unknown war einst ein ziemlich erfolgloses Album von Bad Religion. Ob die Band aus Derbyshire das auf dem Schirm bei der Namensfindung hatte? Mit dem Debüt „Out Of The Shadows“ tritt die Band in ähnliche Fußstapfen, denn es ist kaum vorstellbar, dass dieser teilweise schon sehr ärgerliche Soundbrei irgendwen überzeugen kann.

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch