Hubert Von Goisern: Filmmusik

Hubert Von Goisern: Filmmusik

Blankomusik/Sony

VÖ: 24.10.2014

 

Wertung: 8/12

 

Jeder Film braucht einen Soundtrack. Manchmal ist der Film auch nur noch Staffage und die überragende Musik überstrahlt die visuelle Umsetzung und steht ganz eigenständig da. Bestenfalls unterstützen sich beide Welten auf grandiose und spielerische Art und Weise. Im Herbst läuft mit „Österreich: Oben und Unten“ ein Film an, der anhand des Titels das Thema ja schon vorgibt. Wer wäre für die musikalische Untermalung besser geeignet als Hubert Von Goisern? Mit „Filmmusik“ kommt der Soundtrack jetzt schon in den Handel und ist ein ganz besonderes Werk von ihm – mal wieder!

 

Zugegeben, mit Hubert Von Goisern kann man keine Coolnesspunkte gewinnen. Warum eigentlich nicht? Alpen- und Mundartrock bedient eben eine Nische, die es einem nicht so leicht macht. Hubert Von Goisern hat aber eben schon immer sein eigenes Ding durchgezogen und immer wieder bewiesen, dass er eben auch ein junges Publikum begeistern kann. Dies wird ihm mit „Filmmusik“ nun ganz sicher nicht so richtig gelingen, dafür wird hiermit wieder eine ganz neue Klientel angesprochen.

 

Auf „Filmmusik“ finden sich zwar einige von Hubert Von Goiserns populärste Songs der letzten 25(!) Jahre wieder, aber auch einige frühere Filmkompositionen. Dies alles wurde nun als Remix neu arrangiert. Der österreichische Musiker, Komponist und Orchesterleiter Robert Opratko hat dies zusammen mit Hubert Von Goisern realisiert. Die Melodien mögen gleich sein und doch kommen dabei ganz neue Songs heraus. Was heißt in diesem Kontext überhaupt schon Songs? Scores sind das und zwar vom Feinsten. Man kann sich schon ungefähr vorstellen, wie das mit bewegten Bildern wirken wird. Österreich wird so zum Leben erweckt – egal ob von oben oder unten. Da gibt es ein Alpenhorn, erklingen die Kirchenglocken und wird mitunter gejodelt. Dies alles geschieht aber auf eine sehr angenehme Art und ist nie penetrant.

 

Die ganze „Filmmusik“ funktioniert aber auch wunderbar ohne, dass man die Hintergründe dazu kennt. Das Album hat auf seine Weise ein Mantra und wirkt und entfaltet eine sehr schöne beruhigende Wirkung. Künstlerisch ist das höchst anspruchsvoll und sehr schön in Szene gesetzt worden. Von Goisern selbst setzt dabei immer wieder kleine und nette Farbtupfer. „Filmmusik“ nimmt einen tatsächlich auf eine Reise mit. Hier kann jeder sein eigenes Kopfkino anwerfen!

 

Fazit: „Filmmusik“ von Hubert Von Goisern mag zwar ein Soundtrack sein, hat aufgrund der Umsetzung aber schon therapeutischen Charakter für alle gestressten Großstadtseelen. Man kann sich herrlich in diese beruhigende Musik fallen lassen. Entschleunigung ist das Zauberwort. Der Alltag bleibt vor der Türe und für die Zeit, wo dieser Soundtrack läuft, kann man sich in eine andere Welt träumen – auch nach Österreich!

 

http://www.hubertvongoisern.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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