Hot Boogie Chillun: 18 Reasons To Rock´n´Roll

Hot Boogie Chillun: 18 Reasons To Rock´n´Roll

Internashville Recordings/Universal

VÖ: 06.04.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Sascha Vollmer hat es in der deutschen Musikszene bis ganz nach oben geschafft. The BossHoss verkaufen noch Alben, was heutzutage ja schon eine Besonderheit ist, und die Kapelle bespielt die größten Hallen der Republik und füllt selbige auch noch bis zum letzten Zuschauerplatz. Mit seiner Tätigkeit als Juror bei The Voice hat er seinen Bekanntheitsgrad noch mal immens gesteigert – und den von The BossHoss gleich mit. Irgendwie schaffen es die Cowboys bei einer großen Zuhörerzahl den richtigen Nerv mit ihrer biederen schlageresken Musik zu treffen. Im Zuge des Erfolgs, veröffentlicht Vollmer nun wieder das längst vergriffene Album seiner vorherigen Kapelle: Hot Boogie Chillun. Die Rede ist von „18 Reasons To Rock´n´Roll“.

 

Man hört natürlich sofort, wer hinter der Band steckt. Vollmer hat einfach diesen unfassbaren hohen Wiedererkennungswert seiner Stimme und der furchtbare Akzent lässt auch keine Fragen mehr offen. So klingt das eben, wenn wir Deutschen in englischer Sprache singen. Vollmer legt da aber meist noch einen drauf. „Pure“ und „Chickpulling Machine“ könnten auch Songs von The BossHoss sein. „What Happend To Me“, „Oh Well“ oder „Triple Extroversion“ sind da schon spannender. Das geht dann auch tatsächlich als Rock and Roll durch. Die Songs sind auch nicht ihrer Ecken und Kanten beraubt worden. Das scheppert schön und ist ordentlich dreckig. So ein bisschen Punk spielt da sogar rein. Der Stetson und Elvis sind aber auch immer allgegenwärtig.

 

Und so geht es dann lustig weiter. Mal ist das nicht weit von dem entfernt, was man auch von The BossHoss kennt, beispielsweise „Butterfly“ oder es rockt ordentlich durch die Garage wie „I Wanna“: Geiles Ding! Vollmer kann tatsächlich anständigen Rock aus der Garage. Micha Frick treibt mit seinem Bass Vollmer schön vor sich her und Roberto Bangrazi hält den ganzen Laden zusammen bevor dieser auseinanderfällt. „Love And A 45“ lässt die Gitarre aufheulen, „Good Cooking“ gefällt durch seinen lässigen Rhythmus. „Penetration“ ist gar eine Mischung aus Brian Setzer und New Wave. Im Grunde ist hier vieles besser als bei seiner erfolgreichen Band. „Come On“ hat damals freilich schon in die Richtung gezeigt, die Vollmer mal einschlagen wird. „Widow Wimberly“ bringt dann auch noch den Folkcountry unter. Mit dem entspannten „No One Will Ever Know“ endet die Platte schließlich.

 

Fazit: Mit Hot Boogie Chillun hat Sascha Vollmer einst versucht im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Mit The BossHoss hatte er dann den großen Erfolg. Jetzt wird von Hot Boogie Chillun noch mal „18 Reasons To Rock´n´Roll“ veröffentlicht. Es gibt Songs, die auch bei The BossHoss untergekommen wären, aber vieles hier ist dreckig, ungeschliffen und hat sogar eine Spur von Garagenrock. Hot Boogie Chillun ist ganz sicher die bessere Wahl!

 

http://www.hot-boogie-chillun.com

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch