Hanni El Khatib: Head In The Dirt

Hanni El Khatib: Head In The Dirt

Universal

VÖ: 30.08.2013

 

Wertung: 8,5/12

 

Hanni El Khatib ist schon eine Marke. Was der Junge veranstaltet spottet jeder Beschreibung. Was soll man denn auch machen, wenn man in San Francisco mit Garagensound, Punk-Rock, 50er und 60er Rock und jede Menge Blues, Soul und Garagenrock aufwächst? Das alles vergessen oder in einen Sound kanalisieren? Hanni El Khatib entschied sich für die letzte Möglichkeit. Mit seiner zweiten Langrille „Head In The Dirt“ setzt er sich also wieder zwischen alle Stühle und dürfte hier und da für offene Münder sorgen. Mit Dan Auerbach von The Black Keys hat er genau den richtigen Mann an seiner Seite, denn dieser weiß von seiner Hauptbeschäftigung schließlich wie man dies alles unter einen Hut bringt und den Dampf vom Kessel lässt, bevor das alles in die Luft geht.

 

„Head In The Dirt“ ist eine lustige Angelegenheit. Der Sound, für den Dan Auerbach wohl in erster Linie verantwortlich ist, hält die ganze Kiste zusammen. Hier steht nebeneinander, was eigentlich nicht nebeneinander stehen sollte. Nehmen wir doch da mal exemplarisch „Penny“ heraus. Da hat Hanni El Khatib einen waschechten Popsong vom Stapel gelassen. Gibt es doch nicht. Und dies in schöner Eintracht mit „Save Me“, einer Mischung aus The Clash, den Stooges und den Kinks in ihrer Rhythm- und Bluesphase. Weitere Beispiele gefällig? „Family“ pflügt sich wie ein Destillat der Stooges und White Stripes durch den Gemüsegarten. Tritt ganz schön Arsch!

 

Die ganze Kiste klingt dabei bemerkenswert unproduziert, was sie allerdings nicht ist. Denn da ist dieses magische Band, welches den ganzen Laden zusammenhält. „Skinny Little Girl“ kommt nachdenklich aus der Garage angekrochen, während „Nobody Move“ einem das Garagentor direkt ins Gesicht pfeffert. So sehr das auch dröhnt und hämmert, eine britische Note ist da nicht von der Hand zu weisen. Mal sind es The Clash und dann wieder die Kinks. Indiehitqualitäten hat das dann auch noch. „Can´t Win Em All“ übertreibt es ein bisschen und ist, nun ja, recht gewöhnlich, hat aber auch wieder irgendwie eine eingebaute Ohrwurmmelodie - unter dem ganzen Dreck natürlich! „Pay No Mind“ fräst sich so schön durch die Magengrube, ist aber auch ganz schön bei Jack White abgekupfert. „Low“ tobt sich dann in den Clubs aus. Herrschaftszeiten, Hanni El Khatib macht ja alles. Mit „Sinking In The Sand“ pogt er noch mal alles aus dem Weg, also der Garage und beim finalen „House On Fire“ wird die ganze Bude, also „Head In The Dirt“ komplett abgefackelt. Und das mit erhobenem Haupt!

 

Fazit: Bei „Head In The Dirt“ kann man auch drunter schreiben: für Fans von The White Stripes, The Black Keys oder auch The Clash, The Kinks, The...bitte Namen einsetzen. Was Hanni El Khatib hier veranstaltet ist schon ein Hörerlebnis der besonderen Art. So geht heute wohl Indiemusik. „Head In The Dirt“ ist schnell und schmutzig und das macht verdammt gute Laune! Nichts für jeden Tag, aber wenn, dann sprühen auch die Funken.

 

http://hannielkhatib.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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