Goldmeister: Alles Gold

Goldmeister: Alles Gold

Deutsche Grammophon

VÖ: 22.06.2018

 

Wertung: 3/12

 

Phil Ohleyer und Chris Dunker sind Goldmeister und „Alles Gold“ ist ihr Debüt. Der Name des Duos könnte mitunter missverstanden werden. Im Grunde setzt er sich aus den „Goldenen Zwanziger Jahre“ und Grandmaster Flash, der den HipHop in den USA unter anderem mit aus der Taufe gehoben hat, zusammen. Als Band stand den beiden die Ragtime Bandits und der Pianist Lutz Krajenski zur Seite. Größtenteils hat man sich Coverversionen vorgenommen. Zusätzlich gibt es die Eigenschöpfung „Ihr Tattoo“ zu hören.

 

Die Idee, bekannte Songs in ein Swinggewand mit einigen Jazz-Elementen zu verpacken, ist ja nicht neu. Die Nummern kennt jeder und somit ist der Wiedererkennungswert direkt gegeben. Man kann es sich auch denkbar einfach machen und mit wenig kreativem Aufwand das Maximum erreichen wollen. Ja, das wurde alles natürlich komplett neu arrangiert und eben in das passende Swingewand gepresst. Die Arrangements sind aber ziemlich einfallslos und ziemlich ähnlich geartet. Die Melodie wurde beibehalten und dann eben darüber Bläsersätze, Klavier, Brass oder Banjo gelegt. Es ist aber eben nicht „Alles Gold“ was glänzt, denn es glänzt hier überhaupt nichts. Das hat den Mief eines Schützen- und Volksfestes. Auch gesanglich ist das ziemlich dünn. Ja, die Herren treffen die Töne und das ist ganz gefällig, aber sicherlich wird man davon nicht aus den Schuhen gehauen. Roger Cicero konnte das alles wesentlich besser.

 

Fazit: Wer unbedingt Songs von den Fanta 4, Peter Fox, Jan Delay oder Udo Lindenberg im Swinggewand braucht, wird mit „Alles Gold“ sehr glücklich werden. Das hört sich allerdings auch nach Reißbrettentwurf an und ist so authentisch wie Slayer, die ein Schlageralbum aufnehmen würden. Goldmeister begeistern sicher auf dem einen oder anderen Konzert mit Bierbänken, aber muss es denn gleich ein Album sein?

 

https://www.facebook.com/goldmeisterband/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch