Glen Campbell: Sings For The King

Glen Campbell: Sings For The King

Universal

VÖ: 16.11.2018

 

Wertung: 9/12

 

Das neue Album von Glen Campbell ist eigentlich eine unglaubliche Geschichte. Man denkt ja, dass man im Musikgeschäft schon alles gesehen, erlebt oder gehört hat. „Sings For The King“ ist aber ein Kuriosum, wie es eigentlich selten der Fall ist. Glen Campbell ist ja kein Unbekannter und doch hat er die vorliegenden Songs Elvis als Auswahl vorgesungen. Die Tracks wurden allesamt zwischen 1964 und 1968 aufgenommen. Diese 18 Titel waren tatsächlich eine Auswahlhilfe für den King. Geschrieben wurden die Nummern vom bewährten Songwriter-Team Ben Weisman/Sid Wayne.

 

Die Wahl fiel damals auf Campbell, weil dieser ein absolutes Gehör hatte und die Stimme von Elvis perfekt imitieren konnte. Die Aufnahmen waren nun gut und gerne fünf Jahrzehnte verschollen. Hierbei handelt es sich um Magnettonbänder, die von Executive Produzent Stephen Auerbach in einem Lagerraum seines Schwiegeronkels Ben Weisman gefunden wurden. Von den 29 Songs, die so gerettet wurden, hat Elvis tatsächlich zwölf selbst eingesungen.

 

Campbell war ein gefragter Mann. Alleine im Jahr 1963 hat er bei rund 600 Aufnahme-Sessions mitgewirkt. Sechshundert! Unfassbar. Campbell hat Elvis verehrt und so nahm er weiterhin für den King auf, als er längst eine eigene, erfolgreiche Karriere hatte. Seine Alben enterten die Charts auf Platz 1 und er konnte sich sein Kaminsims mit jeder Menge Preise verschönern. Campbell war nun ein mehrfacher Grammy-Gewinner, der Elvis Presley Songs vorsang.

 

Die Sause startet mit „We Call On Him“. Hierbei handelt es sich um ein Duett mit Elvis. Die beiden Stimmen harmonieren phantastisch miteinander. Anhand des Songs lässt sich mehr als nur erahnen, warum Campbell die Songs vorab für Elvis vorsang. Das schmissige „Easy Come, Easy Go“ wurde später auch von Elvis aufgenommen. Es ist schon verblüffend, wie nahe Country-Sänger Campbell dem King stimmlich stand. Das bluesige „Any Old Time“ ist zwar bei Elvis durchgefallen, die hier enthaltene Version ist trotzdem ganz famos. Dazu gesellt sich auch dann Standard wie „Anyone Can Play“ oder „I Got Love“. Das Songwriting ist eher langweilig.

 

Die Ballade „I´ll Never Know“ ist bei Campbell ebenso toll, wie später auch bei Elvis. „All Needed Was The Rain“ wurde erst durch Elvis zu etwas Besonderem. Die Version auf diesem Album hier ist zu brav. Warum wurde eigentlich nicht „Love On The Rocks“ vom King des Rock aufgenommen? Vielleicht, weil Campbell das schon perfekt aufgenommen hatte! „Cross My Heart And Hope To Die“ ist ein lässiger Song, der unterstreicht, dass die Stimme von Campbell durchaus vielfältig und wandelbar war. „Clambake“, „There Is So Much World To See“ und „Do The Clame“ sind weitere Songs, die der King auch aufnahm.

 

Fazit: Glen Campbell war ein ganz Großer, hat aber über einen langen Zeitraum ziemlich viele Songs Elvis vorgesungen, damit der eine Vorauswahl für seine Alben treffen konnte. Jetzt wurden die Songs wiederentdeckt und für das vorliegende Album zusammengestellt. Glen Campbell hat die Songs unfassbar toll im Elvis-Stil imitiert. Dies ist sowohl für Campbell, aber auch für Elvis Fans eine kleine Schatztruhe!

 

http://www.glencampbell.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch