G-Eazy: The Beautiful & Damned

G-Eazy: The Beautiful & Damned

Sony

VÖ: 15.12.2017

 

Wertung: 7/12

 

Gerald Earl Gillum wollte schon als Jugendlicher das Leben eines Rockstars führen. Er erschuf dazu das Alter-Ego G-Eazy. Sein Vorhaben haute hin und er wurde zu einem der gefragtesten Rapper seiner Generation. Dazu gehört aber auch ein bisschen Talent, denn den Traum, es bis nach ganz oben zu schaffen, haben ja nun auch viele andere. G-Eazy ist dort angekommen und hat dann auch schnell die Schattenseiten kennengelernt. Jede Nacht auf die Kacke zu hauen, Party zu machen und ein ausschweifendes Leben zu führen, zehrt dann doch an den Kräften. Seine beiden Alben „These Things Happen“ und „When It’s Dark Out“ gingen durch die Decke und für G-Eazy erfüllten sich nicht nur seine Träume. Gerald Earl Gillum und G-Eazy, Dr. Jekyll und Mr. Hyde – die Grenzen verschwammen zusehends.

 

Jetzt ist die Zeit gekommen inne zu halten und um das eigene Dasein zu reflektieren. Die Zeit ist reif für „The Beautiful & Damned“. Es ist ein Album randvoll mit Songs geworden. Auf 2 CDs verteilen sich zwanzig Songs – jeweils zehn. Auch hier scheinen Gerald und G-Eazy einen Kampf auszutragen. Natürlich nimmt das Bezug auf den gleichnamigen Roman von F. Scott Fitzgerald! Mal gibt sich der 28-jährig demütig, geläutert, gar verzweifelt, dann wiederum macht er auf dicke Hose, ist hochmütig und laut – was kostet die Welt und wer rettet mich?!

 

Wie es so üblich ist, sind auch wieder jede Menge Gäste am Start: A$AP Rocky & Cardi B, Zoe Nash, Halsey, Charlie Puth, Anna Of The North, Sam Martin, Kehlani, Drew Love oder Son Lux – die Aufzählung ist übrigens nicht abschließend!

 

Das Album beginnt mit dem Titeltrack „The Beautiful And Damned“. Die Melange aus Rap und Pop passt. G-Eazy lässt uns hier wissen, dass er ein Zwilling ist. Das scheint auch ein Thema des Albums zu sein, denn er kommt an verschiedenen Stellen immer wieder darauf zu sprechen. „Pray For Me“ ist dann auch wörtlich zu verstehen. Wir sollen doch tatsächlich für G-Eazy beten. Er sinniert auch noch mal über die ganzen One-Night-Stands. Die Frauen wollen also alle nur seinen Samen? Nun gut, wir bewegen uns ja in einem speziellen Genre. Bei „Him And I“ ändert sich dann der Ton. Kein Wunder, hier ist ja auch seine Freundin Halsey als Gast dabei. Ein bisschen Schmalz darf es also auch bei G-Eazy sein.

 

Er zählt dann bei „That´s A Lot“ auch mal sein ganzes Geld und man hört, dass Geld alleine eben doch nicht glücklich macht. Er sagt das zwar nicht so deutlich, aber dann doch abgestumpft genug, dass die Intention klar ist. Oftmals stehlen ihm seine Gäste die Show. „No Limit“ wird von Asap Rocky und Cardi B bestimmt. G-Eazy wirkt dagegen richtiggehend kraftlos. G-Eazy ist jetzt auch Komponist. Letztlich läuft es aber darauf hinaus, dass er die Beats auf diesem Album selbst produziert hat. Das hat er auch erstaunlich gut auf die Kette bekommen, denn die zwanzig Songs sind extrem abwechslungsreich. Mal ist das Tempo gedrosselt und eine bleischwere Melancholie liegt dann über dem Geschehen, dann wiederum drückt das unglaublich fett aus den Boxen. Das wirkt alles luftig und leicht, nie bemüht. „The Beautiful & Damned“ hat eben einen guten Flow.

 

„Auf Love Is Gone“ wird es sogar politisch, wenn G-Eazy darüber sinniert, dass die Welt in Flammen steht und wir uns nur noch um materielle Dinge sorgen, anstatt um die Menschen. Und ja, Trump kriegt auch noch sein Fett weg und plötzlich ist G-Eazy sogar ein Verfechter der Frauenrechte. Nun gut, die Songs vorher ließen zwar einen anderen Schluss zu, aber so ist das eben bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde. „Eazy“ ist dann auch quasi ein Brief an sein jüngeres Ich. Und dann gibt es auch noch einen Rat für alle: weniger feiern, mehr konzentrieren. Als wenn die arbeitende Bevölkerung sich jede Nacht abschießen könnte – vielleicht sollte G-Ezay mal ein normales Leben leben…

 

Fazit: „The Beautiful And Damned“ ist abwechslungsreich und wechselt zwischen Rap und Pop gekonnt hin und her. Auch das Tempo wird sehr schön variiert. Oftmals stehlen die Gäste G-Eazy aber die Show. In den Texten macht G-Eazy einen auf dicke Hose, hört sich aber auch wie einer dieser reichen Schnösel an, die vor Selbstmitleid zerfließen. G-Eazy lebt in seiner ganz eigenen Blase.

 

https://g-eazy.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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