Götz Alsmann: In Rom

Götz Alsmann: In Rom

Universal

VÖ: 15.09.2017

 

Götz Alsmann beendet mit seinem neuen Album „In Rom“ seine Städte-Trilogie. Die Erwartungen sind extrem hoch, denn für „In Paris“ konnte Alsmann immerhin den Jazz-Echo abräumen. Fast ein halbes Jahr wühlte sich der große Künstler durch italienische Musik, um dieses Werk hier letztlich auch mit den richtigen Songs zu würdigen. Mit Rom hat er sicherliche eine würdige Stadt für den Abschluss dieser Reihe gefunden und ausgewählt. Er selber betont ja, dass es bei diesem Konzept um Städte geht, die der Unterhaltungsmusik sehr viel geschenkt haben.

 

Um die richtige Atmosphäre zu kreieren, bezog Alsmann mit seiner Band im April für 10 Tage ein Studio im Rom. Dabei handelte es sich dann auch noch um eine ganz exquisite Location. Das Forum Music Village wurde immerhin von Filmmusikkomponisten Ennio Morricone mitbegründet. Den Mann muss man ja hoffentlich nicht weiter vorstellen. Zusammen mit den heimischen Tontechnikern machte man sich dann an die Aufnahmen, um die entsprechende Soundlandschaft auf den Weg zu bringen. Die Musik für „In Rom“ soll und sollte schließlich auch authentisch klingen. Als Produzent stand abermals der Franzose Régis Ceccarelli den Musikern zur Seite.

 

Die italienische Schlagergeschichte wird nun in deutscher Sprache zu neuem Leben erweckt. Achtzehn Lieder wurden schließlich für die finale Version von „In Rom“ ausgewählt. Das Album startet standesgemäß mit „Quando, Quando, Quando“ und wird mit „Arrivederci Roma!“ ebenso standesgemäß beendet. Götz Alsmann zählt sicher zu den renommiertesten (Jazz-) Musikern in diesem Land und doch ist die Grenze zum Schlagerfach mit Hang zur Parodie nicht ganz von der Hand zu weisen. So ist beispielsweise die Art der musikalischen Umsetzung, aber auch hinsichtlich des Gesangs bei dem schon erwähnten Titel „Quando, Quando, Quando“, kaum ein Unterschied zu einem Dieter Thomas Kuhn und seiner Version des Songs zu erkennen.

 

„Azzuro“ war natürlich auch zu erwarten. Ein Standardsong eben. Der Zwischenteil, der nach etwas mehr als 2 Minuten beginnt, erinnert an Helge Schneider. Das ist übrigens ein Kompliment, denn Herr Schneider ist ein ganz brillanter Jazzmusiker. Diese Tatsache geht leider oft unter. Die wunderbar verspielte Ballade „La Piu Bella Del Mondo“ lässt verliebte Herzen höher schlagen und deren Besitzer träumen.

 

Viele Songs kennt der Zuhörer natürlich. Alsmann und seine Mitstreiter haben „Nel Blur Dipinto Di Blu (Volare)“ oder „Carina“ neu arrangiert oder mit ein paar Instrumenten angereichert, die man so mit den Stücken nicht in Verbindung bringt. Hin und wieder hört sich das sogar recht modern an und geht in eine Richtung, die auch Roger Cicero gefallen hätte. „Che Bambola“ ist Jazz, Quick Step und Spoken Word Performance zusammen. Das hat Verve! Das Album wird aber im Anschluss sofort durch die samtweiche Ballade „Non Sei Felice“ wieder in eine andere Richtung geschubst. „Mondo Cane“ darf dabei ebenso wenig fehlen, wie auch „Ciao Ciao Bambina“.

 

Fazit: Götz Alsmann beendet mit „In Rom“ seine Städte-Triologie. Die Songs kennt man natürlich größtenteils und diese dürften bei der Zielgruppe so manche Erinnerung hervorrufen. Alsmann und sein Team übertrugen die Nummern in das gewohnt schöne Jazz-Gewand. Manchmal schwingt auch eine gehörige Portion Schlager mit. Zwischen Dieter Thomas Kuhn, Helge Schneider oder Roger Cicero findet das seinen Platz. Das mag der eine oder andere Kenner und Experte für einen seltsamen Vergleich halten, aber wenn man nicht aus dem deutschen Jazz-Fach kommt, dann drängen sich die genannten Herren förmlich auf.

 

http://www.goetz-alsmann.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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