Faun: Märchen & Mythen

Faun: Märchen & Mythen

We Love Music/Universal

VÖ: 15.11.2019

 

Wertung: 7/12

 

Es war einmal Faun und die wollen uns nun so manches Märchen erzählen. Die Mittelalterband Faun hat sich nun die alten Geschichten, die jeder von uns kennt, vorgenommen und vertont. Das passt natürlich perfekt zu dieser Band. Wer könnte besser von „Märchen & Mythen“ berichten. Jene sind uns schon als Kind in Fleisch und Blut übergegangen, als Oma, Opa, Mama und Papa davon erzählten und vorlasen. Faun haben diese Geschichten nun auch noch mit musikalischem Leben gefüllt und mit den passenden Instrumenten dazu eingespielt.

 

In einer Zeit, da „Game Of Thrones“ die erfolgreichste Serie aller Zeiten ist, ist auch Platz für „Märchen & Mythen“. Die sehnsuchtsvolle und traurige, gleichwohl auch forsche Melodie von „Rosenrot“ passt perfekt zum Inhalt. Das dürfte eine große Zielgruppe ansprechen. Ein Faustpfand von Faun ist sicherlich auch der abwechslungsreiche Gesang. Die Band ist da ja breit aufgestellt. Das mystische „Seemann“ wird somit von den Damen dominiert. „Hagazussa“ besticht mit einer Klarheit im Gesang, die durchaus beeindruckend ist. Musikalisch plätschert das Stück aber leider auch etwas dahin.

 

Das Märchen „Sieben Raben“ kennt sicher jeder. Die melancholische Umsetzung von Faun haut vollends hin. „Aschenbrödel“ dürfte bei vielen Menschen Kindheitserinnerungen hervorrufen. Faun haben nämlich die bekannte Melodie von Karel Svoboda aus dem Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ bearbeitet. „Märchen & Mythen“ ist übrigens ein Album, welches die volle Aufmerksamkeit des Zuhörers verlangt, denn sonst rauscht das an einem vorbei. „Die Weisse Dame“ oder „Jorinde“ sind sicher keine schmissigen Songs, sondern musikalisch sehr zurückhaltend instrumentiert. Das folgende „Spieglein, Spieglein“ hat Hitqualitäten. Das kann im Fernsehgarten mitunter noch mal ganz anders wirken. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, das hat nichts mit dieser Bumsfidelen-Schlagermentalität dieser Tage zu tun, dürfte aber trotzdem auch ein Publikum aus diesem Mainstreamumfeld ansprechen.

 

Beim forschen „Drei Wanderer“ kriegen Faun Unterstützung von Versengold. „Holla“ gefällt auf der Zielgeraden noch mal durch einen tollen Songaufbau. Das sind fast epische sechseinhalb Minuten. Mit dem englisch gesungenen „The Lilly“ werden die „Märchen & Mythen“ schließlich beendet.

 

Fazit: Mit „Märchen & Mythen“ kehren Faun im Grunde zu ihren Wurzeln zurück – zumindest wenn es um die Geschichten geht. Als Zuhörer kommt einem da vieles sehr bekannt vor, was ja auch Absicht war. Die Musiker haben das aber mit musikalischem Leben gefüllt und die Texte natürlich selbst verfasst. Als Vorlage dienten freilich die alten Geschichten und Märchen. Man sollte sich Zeit dafür nehmen, denn im Vorbeigehen funktioniert das nicht!

 

http://www.faune.de/faun/pages/start_de.html

 

Text: Torsten Schlimbach

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