Eskimo Callboy: Rehab

Eskimo Callboy: Rehab

Century Media

VÖ: 01.11.2019

 

Wertung: 5/12

 

Eskimo Callboy polarisierten mit jedem ihrer Alben. Der Elektrocore ist ja auch ziemlich gewöhnungsbedürftig. Immerhin ballerten die Songs meist ordentlich und oberflächlich betrachtet wurde ordentlich auf die Kacke gehauen. Jetzt folgt mit „Rehab“ das neue Album und vielleicht wird damit eine neue Hörerschaft angelockt. Es könnte durchaus sein, dass man den einen oder anderen Fan mit den Songs vergraulen wird. „Rehab“ steht laut Info ja auch dafür, dass sich die Bandmitglieder schwer taten eine gemeinsame Richtung zu finden und es zwischen Höhen und Tiefen immer nur ein paar kleine Schritte waren.  

 

„Rehab“ klingt nach Reißbrett und ist ziemlich kraftlos. Was wollen Eskimo Callboy denn nun sein? Eine Kopie der sowieso schon fürchterlichen Bring Me The Horizon?! „Disbeliever“ klingt jedenfalls wie eine B-Seite der erwähnten Band. Das ist derart belanglos und auch seicht, dass so mancher Pop-Act aufgrund der neuen Konkurrenz genauer hinhören wird. Nein, Popmusik ist nichts Schlechtes, im Gegenteil. Leider ist das Songwriting von Eskimo Callboy aber für diese Sparte nicht sonderlich spannend. Immerhin macht „Made By America“ noch ordentlich Alarm, aber das ist eher die Ausnahme auf „Rehab“.

 

Gesanglich hat sich das auch ein ganzes Stück von den Shouts und Screams wegbewegt. Die Melodien sind ganz okay, aber so richtig zwingend ist das eben nicht. Wenn dies alles dazu beigetragen hat, dass sich die einzelnen Bandmitglieder ihrer Position innerhalb der Kapelle sicher sind, dann hat dieses Rehab-Programm ja durchaus Sinn ergeben.

 

Fazit: Eskimo Callboy wollen mit ihrem neuen Album die Stärken eines jeden einzelnen Bandmitglieds herausarbeiten. Leider ist „Rehab“ nur ein laues Lüftchen geworden, denn das ist alles derart seicht, dass dies in seiner Gesamtheit nach vielen Kompromissen und Reißbrett klingt. Die große Stärke, nämlich die unbändige Energie und Dynamik, ist Eskimo Callboy völlig abhanden gekommen. Bisweilen klingt das wie ein zahn- und seelenloser Pop-Act.

 

https://www.eskimocallboy.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch