Eric Gales: The Bookends

Eric Gales: The Bookends

Mascot Label Group/Rough Trade

VÖ: 08.02.2019

 

Wertung: 8/12

 

Jetzt geht es aber Schlag auf Schlag. 2017 erst meldete sich Eric Gales mit seinem Album „Middle Of The Road“ eindrucksvoll zurück, da gibt es mit „The Bookends“ nun schon den Nachschlag. Warum auch nicht, da es für ihn ja gerade so gut läuft und Kritiker und Blues-Fans den Mann über den grünen Klee loben?! Faul war er ja sowieso noch nicht und sein Backkatalog ist durchaus beachtlich. „The Bookends“ ist im Grunde die Arbeit eines Trios. Mono Neon (Bass) und Aaron Haggerty (Drums) stehen dem Mann, der einst als Wunderkind gefeiert wurde, zur Seite. Als Gäste sind Beth Hart, Doyle Bramhall II und B. Slade dabei.

 

Musikalisch ist das wieder ein ganz bunter Strauß. Das reicht von sehr viel Blues über Hardrock bis hin zum Funk. „Reaching For A Change“ ist der Song, den Lenny Kravitz nicht mehr auf die Reihe bekommt. Warum sich allerdings „With A Little Help From My Friends“ für dieses Album ausgesucht wurde, muss man nicht verstehen. Das Duett mit Beth Hart ist dann auch eher langweilig. Da wird der Standard von beiden abgerufen und man hat das Gefühl, dass die ganze Geschichte auf Autopilot läuft. Dafür ist die Akustiknummer „Something´s Gotta Give“ mit B. Slade ganz großes Kino. Lässiger Track, der zeigt, dass gutes Gitarrenspiel nicht unbedingt laut sein muss. Ein Hauch von Prince weht da durch die Szenerie.

 

Der Funk von „Whatcha Goin´ Doß“ groovt ziemlich cool durch die Prärie. „It Just Beez That Way“ ist gesanglich auch eine Show. Gales versteht es durchaus seine Stimme als zusätzliches Instrument einzusetzen. Auch bei diesem Song werden Erinnerungen an Prince wach. Das kleine Genie hat die Gitarre zudem ganz ähnlich gespielt. „How Do I Get You“ ist leider ziemlich uninspiriert und langweilig. Wie man das puristische Bluesfeld beackert, zeigt Gales bei „Southpaw Serenade“ zusammen mit Doyle Bramhall II. Kommt man beim instrumentalen Ausbruch von „Resolution“ an, ist man auch beim eigentlichen Ende von „The Bookends“ angelangt. Gut, dass es den Bonus Track „Pedal To The Metal“ mit einem weiteren Feature von B. Slade noch gibt, denn der groovende Song ist doch der krönende Albumabschluss.

 

Fazit: Eric Gales hat einen Lauf. Nach 2017 gibt es nun schon wieder ein Album. Ein gutes noch dazu. Einen ganz kleinen Durchhänger und den einen oder anderen nicht so vor Ideenreichtum strotzenden Moment verzeiht man da gerne. Zwischen Blues, Hardrock und Funk ist das mal wieder groovig und soulig, es rockt und – was oftmals vergessen wird – Eric Gales ist auch ein guter Sänger!

 

https://www.facebook.com/EricGales

 

Text: Torsten Schlimbach

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