Entrance: Book Of Changes

Entrance: Book Of Changes

Thrill Jockey/Rough Trade

VÖ: 24.02.2017

 

Wertung: 7/12

 

Bei Entrance handelt es sich nicht unbedingt um eine Band. Guy Blakeskee ist Entrance. An „Book Of Changes“ haben zwar eine Menge Leute und Freunde mitgearbeitet, aber trotzdem ist dies das Baby von Blakeskee. Geschrieben wurden die Songs während eines Jahres bei dem viele Veränderungen im Leben von Blakeskee anstanden. Zudem reiste er sehr viel und war ebenfalls auf Tour. Folgerichtig entstand „Book Of Changes“ in 11 verschiedenen Studios in Los Angeles und London. Der Mastermind produzierte das Werk zusammen mit David Vandervelde. Musikalisch standen ihm mit Paz Lenchaton, Percussionist Frank Lenz, den Sängerinnen Jessica Tonder und Lael Neale und mit Derek James und Will Scott gleich zwei Schlagzeuger zur Seite.

 

Nach dem verschwurbelten Auftakt „Warm And Wild“ folgt mit „Always The Right Time“ ein Song in der guten alten Singer/Songwriter Tradition. Ein sehr lieblicher Song. Mit Glöckchen. Und Streichern. Darum geht es auf „Boof Of Change“, um schöne Musik. Auch „I´d Be A Fool“ ist schön, schön traurig. Zudem ist das Musik aus einer vergangenen Epoche. Das erinnert an die 60er. Schönes Fingerpicking. „Summer´s Child“ kommt wie eine Mischung aus Simon & Garfunkel, Joni Mitchell und Nick Drake daher.

 

In diesem Stil geht es durch das gesamte Album. Der Gesang ist Geschmackssache, für manche sicher zu anstrengend, andere wiederum werden darin versinken. „Molly“ wirkt cineastisch, während „Winterlude“ zum nächsten Teil überleitet, der mit „Winter Lady“ aber im bisherigen Fahrwasser weiter schippert. Dramatischer zwar, aber eben nicht sonderlich anders als das bisher Gehörte. „Leaving California“ lässt zunächst aufhorchen, hüllt einen dann aber auch in diese wohlige Sounddecke ein. Wäre man böse, könnte man auch von einlullen sprechen. Ausgerechnet mit dem letzten Song - „Revolution Eyes“ - geht es mal etwas mehr zur Sache und in Richtung grandioser, handgemachter Indiepop.

 

Fazit: „Book Of Changes“ von Entrance ist ein nettes Winteralbum. Getragene Melancholie, die allerdings etwas zu spät kommt. So langsam ist man dann doch auf den Frühling eingestellt. Leider halten sich die Variationen auch sehr in Grenzen. Es sind schöne Tracks, keine Frage, aber sie können dann doch nicht über die ganze Distanz fesseln. Schade.

 

Text: Torsten Schlimbach

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