Ego Super: Ego Politur

Ego Super: Ego Politur

Quadratisch Rekords

VÖ: 20.04.2018

 

Wertung: 5/12

 

In Marburg finden sich drei Herren zum Studium ein, die bekloppt genug sind um eine gemeinsame Rap Kapelle zu gründen und das Land ab jetzt mit Psycho-Rap-Rock – so die eigene Einschätzung des musikalischen Genres – zu beglücken. Das Trio gibt sich dann auch so lustige Namen wie „Über-Ich“ (Schlagzeug) , „Ich“ (Bass) und „Es“ (Gesang/Gitarre). Lustig, nicht wahr? Also zumindest, wenn man nicht älter als 15 Jahre ist oder sich zu den Hipstern der Republik zählt.

 

Das Album dazu nennt sich „Ego Politur“ und enthält zehn Songs. Die Text sind meist derart drüber, dass auch der Letzte die Ironie dahinter erkennen sollte. Humor ist wichtig – keine Frage. Besonders in diesen Zeiten. Das nutzt sich aber auch extrem schnell ab und das hält nicht mal einem Durchlauf stand. Das wirkt dann doch sehr ermüdend. Die Ärzte sind da mitunter die bessere Wahl. „Kein Bock“ könnte man sich eventuell von dem Trio aus Berlin vorstellen. „Das Wagnis“ klingt dann auch wie eine C-Seite von Farin Urlaub, die sich dann auch noch langsam dahinschleppt.

 

„Trend“ hingegen eröffnet das Album im kraftmeiernden Crossover der Marke 90er H-Blockx. Ja, da kriegen alle, die den Trends nachrennen auf ironische Art ihr Fett weg. Trotzdem: gähn. „Geilah Stylah“ lässt anhand des Titels ja schon erahnen, wohin man sich textlich da bewegt. Und musikalisch? Lieber Fishmob auflegen. Na gut, Bass und Schlagzeug grooven ganz gut. „Frühlingsgefühle“ hat eine zweite Ebene. Mittelfinger an die Männerwelt inbegriffen. Kann man machen. Die Fanta 4 sind da Brüder im Geiste. „Ego Politur“ haut noch mal alles raus, was man in den 90ern am Crossover schon gehasst hat. Man konnte lesen, dass Ego Super in die Richtung der Antilopen Gang gehen würden. Mit ganz viel Wohlwollen kann man „Geräteschuppen“ darunter verbuchen. „Amputation“ kann mit einem fetten Bass punkten, bevor das Album mit „Reste“ ganz ruhig, fast schon nachdenklich entschwebt.

 

Fazit: Psycho-Rap-Rock soll diese „Ego Politur“ von Ego Super sein, ist aber letztlich, trotz der gut gemeinten Themen und dem ironischen Umgang, wenig lustig und auf die volle Albumdistanz sogar ziemlich ermüdend. Kann auch am Alter liegen und jüngeren Leuten wird es gefallen. Musikalisch groovt das zwar gut, ist oftmals aber auch nur ein lauer Aufguss von 90ies-Crossover.

 

www.egosuper.de

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch