Doyle Bramhall II: Shades

Doyle Bramhall II: Shades

Provogue/Mascot Label Group

VÖ: 05.10.2018

 

Wertung: 8/12

 

Der Name Doyle Bramhall II ist Musikliebhabern durchaus ein Begriff. In der breiten, musikinteressierten Öffentlichkeit dürfte der Name allerdings für Schulterzucken sorgen. Der Mann stand in seiner Karriere meist auch immer in der zweiten Reihe. Er hat immerhin schon mit Elton John, Roger Waters oder Gregg Allman gespielt. Zehn Jahre unterstützte er Eric Clapton und zudem produzierte er Alben für Sheryl Crow und die Tedeschi Trucks Band. Jetzt veröffentlicht er mit „Shades“ den Nachfolger von „Rich Man“ aus dem Jahre 2016.

 

Die Mischung macht es. „Shades“ ist in dieser Hinsicht sehr vielfältig aufgestellt. „Love And Rain“ ist aufgrund des Rhythmus dem Soul nicht unähnlich, hat nach hinten raus aber eine Gitarre zu bieten, die an Hardrock erinnert. Der Groove bei „Hammer Ring“ ist sehr treibend, wodurch die Nummer einen Voodoo-Touch bekommt. Bei „Everything You Need“ ist Eric Clapton dabei. Selbst wenn man nicht wüsste, dass Mr. Slowhand als Gast hier glänzt, könnte man trotzdem seinen Namen im Kopf schwirren haben, denn das Lied trägt deutlich hörbar seine Handschrift.

 

Entspannt und entschlackt kommt „London To Tokyo“ daher. Toll ist das Duett mit Norah Jones bei „Searching For Love“. Vielleicht hat man Frau Jones noch nie so bluesig gehört. „Live Forever“ – eine Nummer mit den Greyhounds – ist klassischer 70ies Rock. Balladenfreunde kommen mit „Break Apart To Mend“ danach auf ihre Kosten. Auch hier weht der Geist der 70er durch die Szenerie. „She´ll Come Around“ ist ganz nett, plätschert aber auch etwas ereignislos dahin. Adult Rock der eher langweiligen Sorte. Mit dem entspannten Soulrock von „The Night“ geht es dann weiter, bevor „Parvanah“ psychedelischen Rock mit indisch angehauchten Klängen zu bieten hat. Robert Plant dürfte das gefallen. „Consciousnees“ wiederum erinnert an die Eagles. Bei „Going Going Gone“ ist zum Schluss die Tedeschi Trucks Band als Unterstützung dabei. Es klingt so, wie es sich auf dem Papier liest.

 

Fazit: „Shades“ ist ein vielfältiges Album der alten Schule. Wer handwerklich gut umgesetzte – im weitesten Sinne – Rockmusik schätzt, ist hier goldrichtig aufgehoben. Die Umsetzung ist sehr gelungen, die Arrangements sind wirklich gut und insgesamt ist das eine sehr runde Geschichte geworden. Nichts, was man noch nie gehört hätte, aber Spaß macht es trotzdem.

 

https://www.db2music.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch