Crooked Colours: Vera

Crooked Colours: Vera

Electric Sparkles

VÖ: 01.09.2017

 

Wertung: 6/12

 

Crooked Colours sind in ihrer Heimat Australien die Shootingstars des Jahres. Der Hype ist ziemlich groß und das Debütalbum „Vera“ wurde schon zur wichtigsten und besten Platte des Jahres gekürt. Eine Nummer kleiner ging es wohl nicht. Eine ausverkaufte Tournee zeigte ja auch, dass das Trio irgendeinen Nerv trifft und sich schnell eine große Fangemeinde finden ließ. Dies ist insofern beachtlich, da man den Sound der Band nicht unbedingt mit Australien in Verbindung bringen würde. Die Clubkultur dort scheint auf jeden Fall auf „Vera“ abzufahren.

 

Die zehn Songs reißen einen jetzt aber nicht gerade vom Hocker. Im Grunde ist der Hype nicht so richtig zu erklären. Nun gut, kann man das überhaupt erklären? Irgendwer befindet, dass das nun mal der heißeste Sound des Jahres ist und plötzlich springen viele Menschen auf diesen Zug auf. Nächstes Jahr wird vielleicht schon eine neue Kuh durch das Dorf getrieben.

 

Langsamkeit hat einen Namen. „Shine On“ klingt dabei fast schon lakonisch und gelangweilt. Der Gesang schwebt aus anderen Sphären dazu. „Perfect Run“ ist teilweise technoid und tanzbar. Hat man so oder so ähnlich aber auch schon Dutzendfach gehört. Was mit „Flow“ noch einigermaßen interessant beginnt und sogar aufhorchen lässt, nutzt sich aber auch schnell ab. Der entrückte Gesang kann einem dabei auch schnell mal irgendwo draufgehen. „Plymouth“ hat aber was. Dieser coolen Pop-Affinität, die auch eine Lorde an den Tag legt, kann man sich kaum entziehen. „I Hope You Get It“ (nicht wirklich), ist ein ziemlicher Ausreißer. Gesanglich geht das in eine Reggae-Richtung, musikalisch wird da der Spagat zwischen Indiegeschrammel und Electronic gewagt. Lässiges Ding.

 

„Come Back To You“ hat Hitqualitäten. Die Synthies entsprechen dem Zeitgeist, waren in den 80ern aber auch schon furchtbar. Da gefällt das drängende „Running Blind“ wesentlich besser. Gitarre und Bass legen für den lakonischen Gesang den tollen Klangteppich aus, der es braucht, damit auch mal was hängenbleibt und nicht nur in den Clubs funktioniert.

 

Fazit: Crooked Colours sind in Australien schon auf dem besten Wege in die Liga der Stars aufzusteigen. Warum das so ist, kann man sich anhand des Debütalbums „Vera“ jedenfalls nicht vollends erklären. Musik, die der aktuellen Clubkultur wohl zuträglich ist, aber wenig Potenzial entfaltet noch lange nachzuhallen. „Vera“ scheint jedenfalls den Nerv der Zeit zu treffen und vielleicht haut das ja auch hierzulande hin.

 

https://crookedcoloursmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch