Cris Rellah: Crossroads

Cris Rellah: Crossroads

Irascible Music

VÖ: 12.05.2017

 

Wertung: 6,5/12

 

Erinnert sich noch einer an die vierte Staffel von „The Voice“? Cris Rellah schaffte es mit seiner Version von „Bury Me“ alle Coaches zu begeistern, die sich dann auch folgerichtig umdrehten. Er entschied sich letztlich für Smudo und Michi Beck. Mittlerweile sind schon wieder ein paar Jährchen vergangen und um Cris Rellah ist es wieder ruhig geworden. Das kennt der Mann ja schon, da er schon in den 00er Jahren versucht hatte einen Fuß in die Tür des Musikgeschäfts zu bekommen. Er wurde immer wieder enttäuscht und musste – nach eigener Aussage – feststellen, dass die Musik oftmals in den Hintergrund gedrängt und der geschäftlichen Seite die größere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Es kommt also nicht von ungefähr, dass sein nun vorliegendes Album „Crossroads“ heißt. Am Scheideweg stand Rellah ja nun schon oft genug in seinem Leben.

 

Aufgenommen hat er „Crossroads“ mit Reto Peter. Das Album ist im Grunde nicht schlecht, es fehlt aber der Dreck der Straße. Das ist schon ordentlich produziert, aber eben ohne Ecken und Kanten. Singen kann der Mann und hin und wieder blitzt da auch der Straßenköter auf, wie beispielsweise bei „The Guy The Next Door“. Das ist oberflächlich betrachtet ein Rocksong. Man müsste in diesem Fall aber noch ein Pseudo davor setzen. Und damit auch keiner verschreckt wird, folgt sogleich die Herzschmerzballade „All I Want“, die nur so trieft vor süßlichem Schmalz. Da werden wieder einige Frauenherzen schneller schlagen.

 

Mit dem entspannten Pop von „I Feel“ ist zu Beginn ein guter Einstieg gelungen. Die Hookline setzt sich schnell in den Gehörgängen fest. Ein Ohrwurm zum Start ist ja nicht verkehrt. „Summertime“ ist Soulpop, wie es einem jeden Tag auf irgendeinem Radiosender begegnet. „One Day“ ist funky und entspannt, bereitet aber im Grunde nur „Music“ vor. Das erinnert in den Strophen ja glatt an Jamiroquai. Schade, dass es dann doch wieder zum Refrain hin in die belanglose Popecke abdriftet. „I Try“ ist tatsächlich eine gute Ballade. Rob Thomas-Style. Das depressive „For You“ geht auch in Ordnung und hier wirft Rellah seine komplette Gesangsbandbreite in die Waagschale. „Patience“ gleicht einer Abrechnung. Rellah hat eben schon viel in dem Business erlebt. „Breathe In Breathe Out“ ist eine weitere Ballade für das Formatradio. Auch „War“ fischt in eher ruhigen Gewässern, ist aber durchaus von einer Dringlichkeit durchzogen, die der Nummer gut zu Gesicht steht.

 

Fazit: „Crossroads“ ist ein nettes Album von Cris Rellah. Den ganz großen Erfolg wird er damit aber nicht landen können. Das liegt aber nicht an dem bösen Musikgeschäft und seinen Unwägbarkeiten, sondern daran, dass die Songs meist zu glatt sind und sich in den ganzen Einheitsbrei dieser Tage nahtlos einreihen. Dass der Mann ein guter Sänger ist, dürfte unbestritten sein. Leider ist das Songmaterial nur leidlich spannend.

 

https://www.crisrellah.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch