Craig David: The Time Is Now

Craig David: The Time Is Now

Sony

VÖ: 26.01.2018

 

Wertung: 5/12

 

Fleißig ist er ja, der Craig David. Mit „The Time Is Now“ veröffentlicht der Brite nun schon sein siebtes Studioalbum. Die Hartnäckigkeit hat sich über die Jahre auch ausgezahlt, denn sein Bekanntheitsgrad dürfte europaweit ziemlich groß sein. Mit „Following My Intuition“ konnte er letztes Jahr schon einen – zumindest für heutige Verhältnisse – Megaseller landen. Mit der nun ausgekoppelten Vorabsingle „I Know You“ kann David nahtlos in der Erfolgsspur bleiben. Dies dürfte mitunter auch daran liegen, dass an dem Song Bastille mitgewirkt hat. Man kennt sich, man hilft sich und so werden vom jeweiligen anderen auch noch ein paar Fans abgeschöpft. Natürlich wird dann auch gerne beteuert, dass man sich schätzt und Fan vom jeweiligen anderen ist.

 

Es ist im Grunde ziemlich einfach mit „The Time Is Now“: wer die aktuelle Chartsmusik liebt, wird auch dieses Album schnell in sein Herz schließen. Die Songs sind überwiegend so harmlos, nichtssagend und austauschbar wie der Rest, der jeden Tag aus dem Radio schallt. Craig David hat seine Musik der Zeit angepasst. Das macht er im Grunde aber ja schon seine komplette Karriere. Was das heißt? In erster Linie ganz viel Trap. Und noch mehr Trap. Es klickt und klickt. Ein bisschen Latin-Pop darf natürlich auch nicht fehlen. Enriuque Iglesias grüßt da ganz nett.

 

Die zweite Hälfte des Albums ist dann auch die eindeutig stärkere. In der ersten Hälfte versucht David mit „Magic“, „Brand New“ oder „Going On“ nach dem bekannten Schema F neues Popchartsfutter zu stricken. Der schon erwähnte Song mit „Bastille“ erweist sich mitunter als stärkste Nummer. Hier darf man dann auch mal von R&B sprechen, das verbietet sich beim Rest nämlich. „Live In The Moment“ ist ebenfalls stark. Da weht ein bisschen Motown mit. So hätten die Jackson 5 vielleicht im Jahr 2018 geklungen. Das war es dann aber auch fast schon wieder, denn danach verflacht das Album und zieht sich in seinen bisherigen Klangkosmos der Belanglosigkeiten zurück. „Focus“ beendet das Werk noch mal mit ordentlich Brimborium. Es darf getanzt werden. Musik für die Beine, weniger für den Geist, darum ist das alles auch schnell wieder vergessen.

 

Fazit: Bei Craig David stehen auch beim siebten Album die Zeichen auf schnelle Chartskost. Die Songs sind voll und ganz auf das aktuelle Musikgeschehen ausgerichtet. Gewagt wird hier nichts, lieber auf Nummer sicher gehen. Der Mann kann singen und ist mit einer Stimme gesegnet, die eigentlich zu Größerem berufen wäre. Er macht es sich mit „The Time Is Now“ aber lieber zwischen all den anderen Belanglosigkeiten gemütlich.

 

http://www.craigdavid.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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