Claire: Tides

Claire: Tides

Universal

VÖ: 07.04.2017

 

Wertung: 7/12

 

Das Electro-Pop-Quintett Claire hat sich für das zweite Album reichlich Zeit gelassen. Nach dem Achtungserfolg „The Great Escape“ hat man eigentlich etwas früher mit einem Nachfolger gerechnet. Das Debüt wurde nämlich bereits 2013 veröffentlicht. Es verkaufte sich zwar nicht wie blöde, aber welcher Newcomer kann das heutzutage noch von seinem Erstlingswerk behaupten?! Trotzdem stellte ich der Erfolg ja durchaus ein und Claire wurden auch reichlich für die Bühnen dieser Welt gebucht. Gegründet hat sich die Band 2012 in der bayrischen Landeshauptstadt. Die Produzenten Hauck, Heller und Kiermaier wurden auf Josie-Claire Bürkle aufmerksam, die wiederum durch ihre Teilnahme bei „The Voice“ bei einem größeren Publikum Bekanntheit erlangte. Es folgte schnell ein Plattenvertrag bei einem Major, aber geplant war das so wohl nicht. Jetzt also „Tides“.

 

Auch dieses Werk bedient wieder die Electro-Pop-Schiene. Wer tanzen will, darf das gerne tun. „Friendly Fire“ brennt sich ja unaufhörlich in die Gehirnwindungen. Sirenen haben ja noch nie geschadet. Nee, ernsthaft, die Hookline ist schon geil gemacht. Dazu dieser schöne, aber auch unaufdringliche Gesang von Frau Bürkle – passt. Mit „End Up Here“ wird das Tempo gedrosselt. Dancepop wie er im Jahre 2017 wohl in den Clubs laufen wird. Ein bisschen Pluckern gefällig? Es tröpfelt bei „No Way To Save It“ aus den Boxen.

 

Wäre da nicht die gute Josie-Claire, dann wären Songs wie „Two Steps Back“ oder „Say It“ völlig belanglos. Die Sounds hat man nun wirklich schon Dutzendfach gehört. Vielleicht braucht es auch ein ausgesprochenes Faible für diese Art von Popkram. An dieser Stelle liegt das jedenfalls nicht vor. Gut, „Burn“ geht schon irgendwie gut rein und der etwas düstere Ansatz weiß durchaus zu gefallen. Das Bassthema ist ebenfalls gut. „Masquerade“ fällt durch seinen sexy Gesang und die funky Gitarre auf und aus dem Rahmen. Lässiges Ding. So klingt der Sommer!

 

„Drowning“ nimmt sich alles Zeit der Welt und entfaltet schon fast eine hypnotische Wirkung. Gute Popnummer. „Back To Shore“ ist danach der Zeitlupentrack des Albums. „Treading Water“ lässt noch mal alles raus, was das Programming so hergibt. Dann ist die Luft etwas raus, denn „The Crash“ variiert das bis hier Gehörte nur noch dezent. Das schwebende „Come Close“ beendet „Tides“ immerhin sehr erhaben.

 

Fazit: „Tides“ von Claire ist abermals ein Electro-Popalbum. Alles andere wäre ja auch eine Überraschung gewesen. Wer in diesem Genre eine Heimat hat, wird sicher begeistert sein. Der Gesang ist das Salz in der Suppe, denn der Rest wirkt wenig aufregend und das hat man durchaus schon besser gehört. Unter dem Strich entspricht das wohl dem Zeitgeist, dürfte aber in ein paar Jahren nicht unbedingt als zeitlos gelten.

 

http://www.claireofficial.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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