Ciaran Lavery: Sweet Decay

Ciaran Lavery: Sweet Decay

Believe Digital GmbH

VÖ: 13.04.2018

 

Wertung: 7,5/12

 

Die Iren sind tolle Geschichtenerzähler und Musiker. Oft agieren sie zurückgenommen und nachdenklich. Es müssen ja nicht immer die lauten Töne sein. Die Iren wissen natürlich auch, wie man eine amtliche Party feiert und am Glas macht den Inselbewohnern so schnell keiner was vor. Ciaran Lavery gehört mit seinem neuen Album „Sweet Decay“ eher zur ersten Kategorie. Er erzählt tolle Geschichten und seine Musik ist ganz der Tradition der Singer/Songwriter verpflichtet. In der Vergangenheit hat er allerdings auch schon bewiesen, dass er durchaus auch partytauglich ist.

 

Ciaran Lavery ist ja im Grunde noch relativ unbekannt, gleichwohl der Nordire in seiner Heimat schon so ziemlich jeden relevanten Preis abräumen konnte. Bei Spotify kann er auch auf mehr als 80 Millionen Streams stolz sein. Für sein neues Album hat er sich den Kurzgeschichten gewidmet. Lavery legt sehr viel Wert auf seine Texte und die Art und Weise wie er die Geschichten verpackt und erzählt. Die Musik tritt dabei manchmal in den Hintergrund. „Sweet Decay“ ist eine ganz klassische Zuhörerplatte. Es sind leise Songs. Songs über die Irrungen und Wirrungen der Liebe und das damit verbundene große Ganze.

 

Ciaran Lavery hat zwar auch mit anderen Musikern an den Songs gearbeitet, aber größtenteils genügt ihm eine Gitarre oder ein Piano. Der letzte Song und Titeltrack „Sweet Decay“ ist da quasi die Blaupause. Zum Schluss kommen dann noch die Streicher dazu und fertig ist die Gänsehaut. Der Gesang ist über weite Strecken auch sehr zurückgenommen. Mit „Everything Is Made To Last“ fängt das Album zwar etwas forscher an, aber auch das ist im Grunde seines Herzens eine ruhige Nummer – gelegentliche Ausbrüche gehören dazu. Dann wird auch der Gesang etwas kratziger.

 

Schon mit „To Chicago“ hat er aber seine Stimmung für den weiteren Verlauf des Albums gefunden. Das fließt sehr schön dahin, ist aber natürlich nichts zum Nebenbeihören. „Bones“ oder „Blood“ sind nett, mal positiver, mal melancholischer gestimmt. Es fehlt dem Album aber dann auch mal ein gewisser Aha-Effekt. Die Streicher bei „Wicked Teeth“ sorgen zwar für eine intensive Stimmung, aber schon mit „Your Artist“ und „Beast At My Door“ ist Lavery wieder auf der netten Schiene, die so dahinplätschert, angekommen. Die wird dann auch nicht mehr verlassen.

 

Fazit: „Sweet Decay“ ist ein ganz klassisches Album im Singer/Songwriter-Stil. Ciaran Lavery erzählt seine Geschichten, vergisst dabei aber hin und wieder den Songs eine spannende Note mit auf den Weg zu geben. Das fließt und plätschert dann alles sehr angenehm dahin, aber so richtig mitreißend ist das dann auch nicht. Wer sich Zeit nimmt, kann aber auch so manches Schönes auf diesem Album entdecken.

 

http://ciaranlaverymusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch