Christoph Israel: Ein Wintermärchen 2

Christoph Israel: Ein Wintermärchen 2

Panorama

VÖ: 08.11.2019

 

Wertung: 7/12

 

Wie ein Wintermärchen sieht es draußen ja noch nicht aus. Wir feiern ja auch gerade erst Sankt Martin, aber trotzdem kann man sich so langsam auf die Weihnachtszeit einstellen. Die Temperaturen sind zumindest in manchen Teilen Deutschlands unter dem Gefrierpunkt und bei einem heißen Glühwein oder Kakao kann man sich zumindest mit „Ein Wintermärchen 2“ in die entsprechende Stimmung versetzen (lassen). Der Berliner Arrangeur, Komponist, Pianist und Produzent Christoph Israel hat dazu zwölf Klassiker ausgesucht. Israel wollte mit der Art der Umsetzung den Hörer überraschen. Um es vorwegzunehmen: dies gelingt nur bedingt, denn die Lieder hat jeder im Ohr und natürlich auch schon in unterschiedlichen Interpretationen gehört.

 

Aufgeteilt hat Israel das Album fein säuberlich in acht Gesangsstücke und acht Instrumentalstücke. Die Lieder sind natürlich altbekannt. Mit „Fröhliche Weihnacht Überall“ gibt es zu Beginn einen Klassiker, der in dieser Instrumentalversion festliche und eben auch fröhliche Stimmung verbreitet. „Lass Es Schnein´n“ wird von Götz Alsmann in seiner typischen lausbubenhaften Art interpretiert. „Still, Still, Still“ gibt es in der Instrumentalversion und in einer von Max Raabe interpretierten Variante. Raabe schafft es sogar die Nummer noch ruhiger vorzutragen. Dies ist durchaus ein sehr festlicher Moment.

 

Opernsängerin Nadine Sierra singt „O Du Fröhliche“ nieder. „Kommet Ihr Hirten“ geht leider etwas unter, „It´s Beginning To Look A Lot Like Christmas“ wird von Michael Schulte ganz in der amerikanischen Tradition vorgetragen. Die Instrumentalvariante „Jolis Sapins“ als Instrumentalstück ist leider etwas langweilig. „Have Yourself a Merry Little Christmas“ wird von Glasperlenspiel-Frontfrau Carolin Niemczyk sehr stark gesungen. Der in New York beheimatete Avantgarde-Jazzsänger Theo Bleckmann versetzt die Zuhörer mit „Santa Claus Is Coming To Town“ tatsächlich in weihnachtliche Stimmung und es stellt sich so etwas wie Vorfreude ein. „Es Ist Ein Ros Entsprungen“ plätschert erneut so dahin. „Jolis Sapin“, gesungen von Ute Lemper, ist eine sehr defensive Interpretation, was dem Lied sehr gut zu Gesicht steht und es so umso schöner macht. „Have Yourself A Merry Little Christmas“ im Instrumentalgewand dudelt in Easy Listening-Gefilde dahin. Mit „All I Want For Christmas Is You“ gibt es zum Schluss eine sehr dezent instrumentierte Variante. Kandace Springs interpretiert das gesanglich hervorragend. Zum Schluss schwingt sich die Nummer gar noch mal opulente Gefilde empor. Ein würdiger Abschluss für das Album!

 

Fazit: Die Jahreszeit schreit ja förmlich nach solchen Alben, wie es „Ein Wintermärchen 2“ eines ist. Die Instrumentalversionen der bekannten Weihnachtsklassiker sind dabei meistens etwas unspektakulär und plätschern so dahin, dafür überraschen die Vokalinterpretationen umso mehr. Letztlich kennt man die Lieder natürlich alle und von fröhlich bis besinnliche Festtagsstimmung reicht der Reigen.

 

http://christophisrael.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

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