Chris Brown: Royalty (Deluxe Edition)

Chris Brown: Royalty (Deluxe Edition)

Sony

VÖ: 18.12.2015

 

Wertung: 5/12

 

Da hat sich Chris Brown aber ein besonderes Datum zur Veröffentlichung seines neuen Album ausgesucht. „Royalty“ dürfte nämlich so kaum Konkurrenz haben, da das Jahresgeschäft eigentlich durch ist. Ursprünglich war die Platte ja auch schon für den Herbst vorgesehen und sollte spätestens im November erscheinen. Aber gerade das Genre, in dem sich der Herr Brown so rumtreibt, ist ja dafür bekannt, dass da gerne mal was verschoben wird. Vielleicht hatte er auch noch ein paar neue Songideen, denn „Royalty“ kann in der Deluxe Edition immerhin mit der stattlichen Anzahl von 18 Songs aufwarten. Die normale Variante hat ja auch schon 14 Tracks am Start. Da bleibt zu hoffen, dass hier nicht nur auf Masse gesetzt wurde.

 

So ganz hat die Qualitätskontrolle jedenfalls nicht funktioniert. Auf „Royalty“ gibt es wenig bis gar keine Abwechslung. Man könnte jetzt sagen, dass der Flow gut und alles im Fluss ist. Man könnte allerdings auch sagen, dass das alles gähnend langweilig ist. Das Tempo wird wenig variiert und das zieht sich wie ein ausgelutschter Kaugummi dahin. Erst „No Filter“ lässt mal etwas aufhorchen. Der gute Poptrack hat dann auch ein paar interessante Funklicks zu bieten und auch das Tempo wird mal etwas forscher. Das ist aber immerhin schon der vierzehnte Song.

 

Dabei fängt das alles so vielversprechend an. „Back To Sleep“ hat eine wahrlich schöne Gesangslinie. „Fine By Me“ ist so einer dieser Electro-Dancetracks, die schon vor zehn Jahren altbacken klangen, aber immerhin hat das Ding Pfeffer im Hintern. Dann geht es aber los. „Wrist“ ist so austauschbar wie „Zero“. Nur mit der Stimme kann Chris Brown keinen reißen. Abgesehen davon arbeitet er immer noch mit allen möglichen Verfremdungen – braucht ja nun wirklich auch kein Mensch mehr. „Make Love“ wäre für sich gesehen vielleicht ein schöner Midtempo-Songs, aber davon wimmelt es auf „Royalty“ ja nur so. Und was soll „Anyway“ sein? Der Versuch auf David Guetta zu machen? „Picture Me Rollin´“ schlägt dann sowieso dem Fass den Boden aus. G-Funk und das auch noch geklaut. Die Tantiemenzahlungen dürften entsprechend hoch sein. Und leider wird es bis zu „U Did It“ - mit Ausnahme von „No Filter“ - auch nicht mehr besser.

 

Fazit: „Royalty“ ist mal wieder das perfekte Beispiel dafür, warum so viele Leute bei modernem R&B verächtlich abwinken. Das ist ein derart erschreckend konturloses und austauschbares Album, dass man sich fragt, warum dem Herrn Brown keiner gesagt hat, dass weniger Songs dem Album durchaus gut zu Gesicht stehen würden. Dem Erfolg wird das freilich keinen Abbruch tun und Konkurrenz muss er zu diesem Veröffentlichungstermin ja sowieso keine fürchten.

 

https://www.chrisbrownworld.com/home/

 

Text: Torsten Schlimbach

Chris Brown & Tyga: Fan Of A Fan

Chris Brown & Tyga: Fan Of A Fan: The Album (Deluxe Edition)

Sony

VÖ: 20.02.2015

 

Wertung: 4,5/12

 

Herzlichen Glückwunsch, der Preis für das mit Abstand hässlichste Albumcover des Jahres 2015 ist Chris Brown und Tyga jetzt schon sicher. Immerhin. Es sind jetzt fünf Jahre ins Land gegangen, seit die beiden mit „Fan Of A Fan“ ein gemeinsames Mixtape unter die Leute gebracht haben. Jetzt folgt das Album dazu. Dies ist aber nicht nur die Show von Brown und Tyga, denn wie es sich für diese Genre gehört, konnten für die Platte auch einige Kollaborationspartner gewonnen werden. Man kennt sich, man hilft sich und es liest sich natürlich immer gut. Braucht man das wirklich? Im Falle von „Fan Of A Fan: The Album“ muss man das fast bejahen, denn was die beiden alleine bewerkstelligen entlockt einem nicht mal ein müdes Gähnen!

 

Und wie es für das Genre so üblich ist, hat die Platte eine ganze Menge Songs am Start. Die Deluxe Edition kann sogar mit sechzehn Songs aufwarten. „Fan Of A Fan“ hat dann leider auch einiges an Füllmaterial am Start. Insgesamt hat das Album zwar einen guten und durchgängigen Flow, aber das Material gleicht sich oftmals viel zu sehr. Besonders facettenreich sind die beiden nicht gerade und auch die Rapparts und der Gesang kommen wenig variabel daher. So rauscht das Album dann auch an einem vorbei und hängen bleibt da kaum etwas.

 

Tyga gibt da noch die wesentlich bessere Figur ab, gleichwohl sein Beitrag jetzt auch nicht wahnsinnig inspiriert wirkt. Der Contemporary R´n´B von Brown ist aber kaum zu ertragen. „She Goin´ Up“ könnte genau so gut „Remember Me“ sein. „Bitches N Marijuana“ - ernsthaft? Muss das im Jahre 2015 noch sein? Selbst die Gäste können wenig Glanzpunkte setzen. Von 50 Cent hätte man sich bei „I Bet“ wesentlich mehr erhofft, aber auch der Track geht im Einheitsbrei komplett unter. Kann man dazu cruisen? Sicherlich, wie zu jedwedem anderem und ähnlich gelagertem Müll eben auch. „Ayo“ ist gar seelenlose und berechnende Kacke für die Charts. Ein Reißbrettentwurf, mehr nicht. Sonderlich viel Mühe wurde sich da nicht gegeben. Die durch den Computer gejagten Stimmen fangen spätestens bei „Girl You Loud“ schrecklich an zu nerven. Und der Sound? Wie gehabt. Die schmalzige Ballade „Wrong In The Right Way“ verursacht schon beim Zuhören Karies, so zuckersüß ist das geraten. Von Kreativität ist weit und breit nichts zu sehen und hören, aber das kennt man ja von Chris Brown. Der US-Markt wird ihm dankbar sein, dann wird auch keiner überfordert. Man würde ja gerne einen herausragenden Song ausmachen, gibt es aber nicht. Mit viel Wohlwollen könnte man „It´s Yo Shit“ noch in die Jackson 5-Ecke schieben. „Banjo“ ist ganz zum Schluss ein richtig lässiger und cooler Song mit einer guten Hookline – warum gibt es nicht mehr davon?

 

Fazit: „Fan Of A Fan: The Album“ von Chris Brown & Tyga ist musikalisch so furchtbar wie das hässliche Albumcover. Das ist über weite Strecken berechnender R&B für die US-Mainstreamradiostationen. Sounds und Beats sind komplett austauschbar und nichts bleibt wirklich hängen. Die Inspiration hat die beiden Herren wohl nicht geküsst, wohl aber der eine oder andere Dollar, der sich mit einem gemeinsamen Album verdienen lässt. Ein enttäuschendes Werk.

 

http://fanofafan.chrisbrownworld.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

 

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Chris Brown: Fortune

Chris Brown: Fortune

Sony

VÖ: 29.06.2012

 

Wertung: 6/12

 

Chris Brown meldet sich mit seinem neuen Album „Fortune“ zurück. Man muss jetzt nicht unbedingt eine Glaskugel bemühen und prophetische Fähigkeiten an den Tag legen um für diese Platte einen ähnlichen Erfolg wie für „F.A.M.E.“ zu prognostizieren. Ob er hierfür erneut mit einem Grammy ausgezeichnet wird, steht zwar in den Sternen, aber die Zeichen stehen für den 23-jährigen unzweifelhaft auf Erfolg. Das fünfte Album von Brown konnte vorab ja schon mit der ausgekoppelten Single „Turn Up The Music“ die US-Top Ten knacken. Die zweite Single „Don´t Wake Me Up“ schickt sich ja sowieso an auf direktem Wege auf der Erfolgsspur zu bleiben.

 

Mittlerweile ist es ja fast an der Tagesordnung, dass die Veröffentlichungstermine verschoben werden. Für „Fortune“ war zumindest mal der März angedacht. Oftmals kommt es eben anders wie man denkt. So kann er aber noch die kostenlose Promotion der Boulevardblätter mitnehmen, die momentan in aller Ausführlichkeit über seine Auseinandersetzung mit Drake bezüglich Rihanna berichten. So bleiben wenigstens alle Parteien im Gespräch.

 

Musikalisch hat „Fortune“ die ganze Palette für den US-Markt zu bieten. Es wurde so ziemlich an alles gedacht. Leider hebt sich die Platte aber auch nicht sonderlich vom Rest ab und klingt wie ein jedes dieser Hochglanzprodukte. Da wurde alles schön glatt poliert und produziert und an die Gegebenheiten des Marktes angepasst. Eigenständigkeit? Oder gar mal ein Wagnis eingehen? Pustekuchen! Der Erfolg wird dem Künstler und seinem Team drumherum letztlich natürlich recht geben. Wer David Guetta bucht, kriegt eben einen Guetta Sound. Auf „Fortune“ sind es beispielsweise eben Underdogs, Harmony, Adonis oder William Orbit. Aber auch das ist mittlerweile völlig egal, weil es eben so austauschbar geworden ist.

 

Die Art von – nennen wir es ruhig – Popmusik, die Chris Brown macht, ist absolut unspannend geworden, da der Markt davon überflutet wird und dies zu einer reinen Massenware verkommen ist. „Fortune“ ist natürlich nicht komplett für die Tonne, denn dafür hat Brown einfach zu viel Talent und seine samtweiche Stimme bringt immer noch ganze Eisberge zum schmelzen. Und eine Ballade wie „4 Years Old“ ist stimmlich und auch musikalisch einfach perfekt in Szene gesetzt worden. Dagegen verblasst R. Kelly förmlich. Die sirenenartige Single „Turn Up The Music“ ist dagegen einfach nur furchtbare Dutzendware für den Dancefloor. Auch, wenn er hiermit nichts zu tun hat, kann man sich bei Herrn Guetta bedanken. „Bassline“ macht einfach auf dicke Hose, hat aber immerhin ein paar interessante elektronische Spielereien mit an Bord. NAS darf bei „Mirage“ als Gast zeigen, dass Autotune im Jahre 2012 immer noch nicht im Giftschrank verschwunden ist.

 

„Fortune“ ist immer dann gut, wenn Brown sich im Balladenfach versucht. Seine Art zu singen und seine Stimme kommen bei „Don´t Judge Me“, „2012“ oder „Stuck On Stupid“ einfach am besten zur Geltung! Die Single „Dont´ Wake Me Up“ bringt zunächst immerhin etwas Abwechslung rein, entpuppt sich dann aber doch als Mogelpackung und es geht wieder mit dem üblichen Beatgedöns auf den Dancefloor. Im Grunde sind das Hits für die nächste Ballermanngeneration.

 

Fazit: Chris Brown bringt mit „Fortune“ sein fünftes Album raus und eigentlich ist alles wie immer. Musik, die auf den US-Markt zugeschnitten worden ist. Alles verläuft nach Schema F und die Eigenständigkeit bleibt dabei komplett auf der Strecke. Das Ding wird freilich immens erfolgreich werden, aber Kreativität oder einen mutigen Ansatz wird man auf diesem Album kaum finden. Immerhin kann Brown bei den Balladen seine stimmliche Qualität unter Beweis stellen.

 

http://www.chrisbrownworld.com

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch