Chase Rice: Lamb & Lions (Worldwide Deluxe Edition)

Chase Rice: Lamb & Lions (Worldwide Deluxe Edition)

Broken Bow Records/BMG

VÖ: 29.11.2019

 

Wertung: 7,5/12

 

Verstehe einer die Veröffentlichungspolitik der Labels. Im Falle von Chase Rice und seinem Album „Lamb & Lions“ wird es gar richtig abenteuerlich. Eigentlich hat das Werk schon zwei Jahre auf dem Buckel. In den USA wurde „Lamb & Lions“ bereits im November 2017 veröffentlicht. Anscheinend hat man sich jetzt dazu entschlossen, den Musiker weltweit aufzubauen und somit rückt man das Album noch mal in den Fokus. Leider wird das nun keineswegs von einer physischen Veröffentlichung begleitet. Jetzt kann man natürlich argumentieren, dass reine digitale Alben die Zukunft sind. Nicht für Musikliebhaber! So wirkt die erneute Veröffentlichung doch sehr lieblos. Dafür hat sie nun den Zusatz Worldwide Deluxe Editon verpasst bekommen. Gibt ja auch ein paar neue Tracks. Nun denn.

 

Chase Rice strebte einst an der University Of North Carolina eine Karriere als Football-Spieler an, aber eine Verletzung machte dieses Vorhaben zunichte. Dann widmete er sich seiner anderen Liebe, der Musik. Im Jahre 2010 folgte dann die erste Veröffentlichung. Chase Rice ging nicht durch die Decke, konnte sich aber durch Beharrlichkeit eine Fangemeinde erspielen. „Lamb & Lions“ konnte dann schon eine stattliche Anhängerschaft gewinnen. Ob dies nun auch bei uns gelingt, bleibt abzuwarten. In kleinem Rahmen ist sicherlich was drin, aber mehr vermutlich nicht.

 

Chase Rice wird gerne beim New Country einsortiert. „On Tonight“ wird dem Genre auch voll und ganz gerecht. „Unforgettable“ ist hingegen eine furchtbar schmalzige Popballade. „Eyes On You“ bleibt dem Balladenfach treu, hat in den Strophen eine Art Sprechgesangspart zu bieten, wodurch die Nummer aufgelockert wird. „Saved Me“ ist direkt der nächste Track mit Herzschmerzgarantie, aber ein guter. Wer Rob Thomas und seine Songs schätzt, wird auch mit „Saved Me“ ziemlich sicher glücklich werden. Dies gilt übrigens auch für „Three Chords & The Truth“. „Jack Daniels Showed Up“ könnte man sich auch von Kid Rock vorstellen. Man sieht, wohin die Reise von Chase Rice ungefähr geht. Die Produktion ist selbstverständlich amerikanisch fett.

 

Der Mann ist für die großen Gefühle – und vermutlich auch die großen Gesten – zu haben. „Amen“ ist eine weitere Ballade. Erstaunlich schmalzfrei. Die UK Version von „On Tonight“ ist übrigens die wesentlich bessere Songvariante. Von „Eyes On You“ gibt es noch eine Akustikversion. „Love Me Like You Don´t“ schunkelt das Album schließlich dem Sonnenuntergang entgegen.

 

Fazit: Chase Rice will nun auch hierzulande mit „Lamb & Lions“ punkten und seine Club-Tour im Januar anschieben. Da es das Teil nur digital gibt und eigentlich schon zwei Jahre auf dem Buckel hat, wird das eher schwierig werden. Zwischen großen Balladen und Middle Of The Road-Country können die Songs durchaus hin und wieder überzeugen. Der Rest geht in der typischen Ami-Produktion unter. Nächstes Jahr gibt es ein neues Album, dann sicher auch flankiert von einer physischen Veröffentlichung. „Lamb & Lions“ macht zumindest neugierig auf den weiteren Weg von Chase Rice.

 

Text: Torsten Schlimbach

 

22.01.20, Köln / Luxor
23.01.20, München / Feierwerk (Hansa 39) 
24.01.20, Berlin / Bi Nuu 
25.01.20, Hamburg / Mojo Club

( Veranstalter: wizpro.com - Tickets sind unter www.myticket.de

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch