Carrousel: Filigrane

Carrousel: Filigrane

Jazzhaus Records/in-Akustik

VÖ: 29.09.2017

 

Wertung: 7,5/12

 

Das Duo Carrousel veröffentlicht mit „Filigrane“ endlich mal wieder ein Album. Drei Jahre musste man nun darauf warten. Aufgenommen wurde das vierte Werk in den ICP Studios in Brüssel. Warum das Album allerdings jetzt im Herbst veröffentlicht wird, erschließt sich auch nicht so ganz. „Filigrane“ ist voll von sommerlichen Songs. Natürlich kann Musik, die gute Laune verbreitet, auch mit Beginn der dunklen Jahreszeit nicht schaden - die volle Wirkung würde diese aber garantiert im Sommer entfalten.

 

Man nehme nur mal den Opener „C´est La Vie“. Die Nummer schreit ja förmlich danach im Sommer gespielt zu werden. Der zweistimmige Gesang, die Hookline, die Melodie – einfach alles klingt nach Sommer. Das ist Popmusik mit Herz und Verstand jenseits aller Künstlichkeit. Die knapp 36 Minuten von „Filigrane“ sind sowieso weit von der Plastikpopwelt entfernt. Die Mischung macht es, denn sehr viel Folk- und natürlich Chanson-Elemente gesellen sich dazu. Das schmissige „Elle Danse“ ist da ein Paradebeispiel. Die Bläser bringen sogar ein bisschen Weltmusikflair rein. „Plus De Couleurs“ hört sich so ein bisschen wie die französische Ausgabe von Coldplay an. Eine fröhliche Nummer, die es aber so gerade noch schafft nicht in den Kitsch abzurutschen.

 

„Itinérant“ lässt es ein bisschen nachdenklicher angehen. Das markante Gitarrenthema verleiht der Nummer einen besonders starken Ausdruck. Folk und Pop gehen Hand in Hand. „Papier Buvard“ entpuppt sich als schöne Ballade und auch „Dans Ta Foulée“ ist eher im melancholischen Fach zu finden. „La Carte Postale“ gefällt mit diesem bezaubernden Wechselgesang, bevor zu „Aussi Simple Que Ca“ getanzt, aber auch zugehört werden darf. Bei Carrousel geht innerhalb kürzester Zeit eben beides. „Si Peu De Bruit“ lädt einen dann wieder dazu ein seinen Gedanken nachzuhängen. Die beiden verstehen es mit Stimmungen zu spielen und mit wenig ganz viel Atmosphäre zu schaffen. „Le Courage Du Dompteur“ gefällt mit seinem Aufbau und steigert sich unaufhörlich, bis der Refrain einen wieder zum Tanzen bringt. Die Strophen sind eher aus der Singer/Songwriterschule entliehen. „Les Flamants Osent“ bringt noch mal das zuvor Gehörte auf den Punkt. Quasi alles unter einen Hut: Pop, Chanson, Folk, Weltmusik, Melancholie und Freude.

 

Fazit: Carrousel haben mit „Filigrane“ ein nettes, kleines, bezauberndes Album aufgenommen. Zwischen Pop und Chanson, zwischen Singer/Songwriter und Weltmusik geht innerhalb von drei Minuten quasi alles. Trotzdem ist das der gänzlich falsche Veröffentlichungszeitpunkt. Die Songs sollten in den Sommermonaten gehört werden, denn erst dann können diese sich beim Hörer so richtig entfalten.

 

https://www.carrousel-musique.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
Loading

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch