Buika: Vivir Sin Miedo

Buika: Vivir Sin Miedo

Warner

VÖ: 22.01.2016

 

Wertung: 8/12

 

Concha Buika ist eine sehr wandlungsfähige Künstlerin. Die in Palma de Mallorca geborene Sängerin hat mit ihren bisherigen Alben in Fachkreisen für so manchen Begeisterungssturm gesorgt. Dies liegt mitunter auch daran, dass man ihre Musik in keine Schublade einsortieren kann. Die begnadete Komponistin verlässt sich dabei – so scheint es, wenn man sich ihre Alben anhört – immer auf ihren Instinkt und agiert weit weg von den üblichen Mainstreammechanismen. Zudem trägt sie die Songs immer mit derart viel Verve und Emotionen vor, dass selbige immer einen immens authentischen Anstrich erhalten. All dies ist nun auch wieder auf „Vivir Sin Miedo“ der Fall.

 

Diesmal hat Buika auch ein bisschen prominente Unterstützung bekommen. Die Verbindung zu Meshell Ndegeocello ist da sicher naheliegender als zu Jason Mraz. Beide haben aber nun ihren Platz auf diesem Werk gefunden. Trotzdem ist das hier einzig und alleine die große Buika-Show. Das zentrale Stück der Platte dürfte „The Key (Misery)“ sein. Hier setzt sie ihre Stimme als zusätzliches Instrument ein. Und so entwickelt sich das über acht Minuten zu einer Jazz-Flamenco-Afrobeat Raserei, die für offene Münder sorgen wird – sofern man nicht gerade damit beschäftigt ist sich in Ekstase zu tanzen. Die eindringliche Ballade „Sister“ ist anschließend gänzlich anders, aber die reduzierte Instrumentierung lässt dann der kraftvollen Stimme noch mehr Raum zur Entfaltung.

 

Mit dem Titelsong „Vivir Sin Miedo“ startet dieses Album mit einer interessanten Melange aus Gospel, Reggae und Funk – und dies als Ballade! „Si Volveré“ trägt die sehnsüchtige Musik des Flamenco in die Welt hinaus. Es ist die Wandlungsfähigkeit, die Buika und ihre Musik auszeichnet. „Carry Your Own Weight“ mit Jason Mraz ist eine beeindruckende Zusammenarbeit. Da verschmelzen zwei Welten zu etwas Besonderem. Damit schafft Buika durchaus den Sprung in den Mainstream, vernachlässigt dabei aber keineswegs ihre musikalischen Roots. „Mucho Dinero“, „Waves“ und der Afrobeat von „Good Men“ gehen ja sowieso wieder ganz konsequent in eine andere Richtung. Von groovy und funky bis hin zu verträumt sind die musikalischen Wege von Buika stets kurz. „Cidade Do Amor“ ist sogar auf seine Art meditative Entspannungsmusik. „Yo Iré“ vermischt anschließend wieder Reggae mit Elementen der spanischen Musik. Zu jeder Zeit zwingend!

 

Fazit: Buika hat mit „Vivir Sin Miedo“ ihr vielleicht ausgereiftestes Werk aufgenommen. Es ist schon beeindruckend, wie sie Flamceno, Reggae, Ragga, Pop, Americana, Gospel und R&B miteinander vermischt. Die Songs sind mal nachdenklich und ruhig, dann wieder ungemein tanzbar und groovy. Die raue Klangfarbe ihrer Stimme sorgt dabei nicht selten für eine Gänsehaut. Wer abseits des üblichen Mainstream auf der Suche nach besonderer und nachhaltiger Musik ist, wird an diesem Album viel Freude haben!

 

http://www.conchabuikamusic.com/en/

 

Text: Torsten Schlimbach

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