Budderside: dito

Budderside: dito

UDR/Warner

VÖ: 23.09.2016

 

Wertung: 7,5/12

 

Patrick Stone hat schon in diversen Bands gespielt, war aber immer nur Aushilfe. Die Sehnsucht nach einer eigenen Kapelle wurde immer größer. Jetzt hat er Budderside und ist der unumstrittene Chef im Ring. Er schreibt ja schließlich auch die Songs, die jetzt auf dem gleichnamigen Album vorliegen. Ein bisschen wirkt das auch wie ein Reißbrettentwurf denn nach einer gewachsenen Band. Und alles ist irgendwie der Motörhead-Familie zuzurechnen. Todd Singerman ist auch noch der Manager, Paul Inder-Kilmister, der Sohn von Lemmy, hat die Platte in seinen Rosewood Start Studios produziert und dann ist auch noch Phil Campbell auf der Platte zu hören.

 

Das düstere „Genocide“ macht mit seinen messerscharfen Riffs und einer Art orientalischem Gesang durchaus Lust auf mehr. Das ist schon ein Knallereinstieg. „Ska Bra“ ist allerdings komplett anders. Elektronischer Ska mit Trompete? So in etwa. Und mit Phil Campbell. „Pain“ legt an Geschwindigkeit zwar zu, wirkt aber auch austauschbar und glatt. „X-Girlfriend“ erinnert vom Gesang ein bisschen an Scott Weiland. Das ist eine lässige Nummer, die auch in den 90ern eine gute (Grunge-)Figur abgegeben hätte. Das Zusammenspiel zwischen laut und leise ist zudem perfekt abgestimmt. Mit der Halbballade „Clear Blue Sky“ endet die erste Hälfte zwischen Kitsch und künstlerischem Anspruch. Das Stück hat nämlich ein paar wirklich interessante Passagen, die aber dann leider mit Schmalz übertüncht wurden.

 

„Open Relationship“ drückt dafür wieder auf das Gas- und Härtepedal. Die Scream-Elemente kommen aber schon ziemlich aufgesetzt herüber und sind nicht gerade authentisch. „My Religion“ mäandert ein bisschen ziellos dahin. „The Envelope“ hat ein paar progressive Moment, ist ansonsten aber auch recht ereignislos. Geht den Jungs etwa die Luft aus? Keineswegs, denn mit „Let This One Breathe“ gibt es einen richtigen tollen Song auf die Ohren. Toller Songaufbau, spitzen Songwriting und spannend von vorne bis hinten. „Can´t Wrap My Hand Around You“ geht zum Schluss sogar als Hymne über die Ziellinie.

 

Fazit: Patrick Stone wollte eine Band, jetzt hat er mit Budderside eine. Ob er damit allerdings längerfristig glücklich wird? Man gewinnt zumindest den Eindruck, dass das seine Solo-Show mit Mi(e)tmusikern ist. Die Motörhead-Familie hat der Kapelle tatkräftig unter die Arme gegriffen. Herausgekommen ist ein durchaus sehr interessantes Album. Hier werden progressive und psychedelische Elemente genau so verwendet wie Metal, Grunge und Electronica. Das ist eine interessante Mischung und klingt in den besten Momenten sogar frisch und aufregend.

 

http://www.budderside.com/cms/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch