Braggarts: #Exploringnewstars

Braggarts: #Exploringnewstars

Ambulance Recordings/Irascible Music

VÖ: 22.09.2017

 

Wertung: 8/12

 

Die Schweiz hat man bisher musikalisch sicher nicht mit – weitestgehend - New Wave und Post-Punl der dunklen Ausprägung in Verbindung gebracht. Das will nun die Schweizer Band Braggarts ändern. Gegründet wurde die Kapelle allerdings schon vor mehr als elf Jahren. Mit „Fight The Static View“ im Gepäck spielte die Band schon Shows in ihrer Heimat, aber auch in Deutschland. Für den ganz großen Karriereaufschwung reichte das aber noch nicht. Dies soll nun mit „#Exploringnewstars“ geändert werden. Fetter Sound, Fette Produktion.

 

Im Grunde quetschen sich Braggarts in die Schublade, in der auch schon Interpol und die Editors stecken. Allerdings setzen die Schweizer auch auf einen etwas griffigeren Ansatz, sprich es ist eingängiger. Es gibt allerorten nette Popmeldodien. Ausufernd bis in die Stadien. „26 Days“ weist dabei sogar noch Hitqualitäten auf. In den Strophen schön getragen und zum Refrain öffnet sich das dann in Richtung große Soundwand. „Brothers“ knüpft nahtlos daran an, erinnert bisweilen aber auch an die New Model Army.

 

Vieles auf diesem Album klingt nach Hit. Es stellt sich halt die Frage, ob die Welt noch Songs wie „One Drop“ braucht?! Interpol haben den Sound ja wieder salonfähig gemacht, aber die gibt es ja eben schon. Und die ersten Alben der Editors sind ja ebenfalls Genre-Meisterwerke. Braggarts können aber auch mal forschen Indierock, wie mit dem Opener „Exploring New Stars“, spielen. Die Produktion ist natürlich auch hier fett und der Sound kommt schon als Wand auf den Zuhörer angerollt. Und allerorten lauert dieser Mitsingpart. Live wird das was.

 

Die Düsternis von „Spleen“ - übrigens mit einem sehr dominanten Basspart – steht der Band aber auch sehr gut zu Gesicht. „Speed Of Sound“ ist zu offensichtlich auf Pop getrimmt. Songs wie „Different Light“ oder „Demons“ kommen da wesentlich besser rüber. Besonders „Demons“ gefällt mit seiner melancholisch-düsteren Grundstimmung.

 

Fazit: Braggarts aus der Schweiz veröffentlichen mit „#Exploringsnewstars“ ein gutes Album zwischen New Wave, Post-Punk und Indierock. Das erinnert an Interpol und die Editors, allerdings haben Braggarts deutlich mehr Popansätze untergebracht. Vielleicht ist das kalkuliert und soll den Erfolg bei einem größeren Publikum sichern. Die düsteren Elemente stehen den Songs jedenfalls wesentlich besser. Nichtsdestotrotz bleibt es so oder so eine gute Platte.

 

http://www.braggarts.ch/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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