Brad: United We Stand

Brad: United We Stand

V2 Benelux/Soulfood Music

VÖ: 27.04.2012

 

Wertung: 8,5/12

 

Es gibt ja nun genug Menschen auf diesem Planeten mit dem Hobby Musiker. Ist man aber hauptberuflich Musiker und hat dann auch noch Musiker als Hobby im Portfolio und Pass stehen, dann wird es doch einigermaßen ungewöhnlich. Auf die Jungs von Brad trifft das mit Sicherheit zu. Shawn Smith, Stone Gossard, Keith Lowe und Regan Hagar kommen alle Jubeljahre zusammen und mal wieder eine neue Platte aufzunehmen. Die Band gibt es nun auch schon gut und gerne seit zwanzig Jahren. „United We Stand“ ist aber erst die fünfte Platte. Der Albumtitel ist dabei sicher programmatisch zu verstehen. Der Spaß steht bei diesem Projekt sowieso im Vordergrund.

 

Es ist doch schön, wenn gestandene und begnadete Musiker in der heutigen Zeit noch gemeinsam musizieren und dies abseits von Trends, Erwartungen oder Erfolgsdruck bewerkstelligen können. Brad hätten zweifelsohne nichts dagegen, wenn „United We Stand“ auch erfolgreich wäre. Welcher Musiker veröffentlicht schon gerne eine Platte, die dann ungehört verhallt? Stellt sich das mit dem Erfolg eben nicht ein, dann dürfte es die Mitglieder von Brad auch nur marginal tangieren. Dafür kennen sie sich auch schon einfach zu lange und haben so manchen (Seattle-)Sturm überstanden.

 

Brad wissen aber mittlerweile auch die Technik für sich zu nutzen. Vieles auf „United We Stand“ ist nämlich nicht der gemeinsamen Kreativität im Studio entsprungen, sondern wurde per E-Mail ausgearbeitet und untereinander verteilt! Als gestandene Familienväter waren die Prioritäten klar verteilt. Auch dies spricht für den Hobby-Charakter von Brad. Man sollte den Gedanken, dass hier mal schnell ein Album hingeschludert wurde, aber ganz schnell wieder verwerfen. Die ganzen Umstände sprechen nämlich dafür, dass die Jungs mit dem Herzen bei der Sache waren! Und genau so ist es dann auch! Gemacht wurde eben was gefällt!

 

Und wenn dann doch mal alle in einem Raum versammelt waren, wurden die Stücke - wie das luftig und leichte „A Reason To Be In My Skin“ oder das rockig und krachende „Diamond Blues“ - gleich live eingespielt. Den einzigen Totalausfall haben sie mit „Miles Of Rope“ gleich an den Anfang gestellt. Hat man den Nanana-Singsang überstanden, kann man in die Genussphase eintauchen. Da wäre mit „Bound In Time“ zunächst mal ein entspanntes Soulstück. Smith steht dann aufgrund seiner Stimme auch tatsächlich mehr in der Tradition der alten Soul-Haudegen, denn eines Rocksängers. Dies verkommt hier aber nicht zu einer Schmuseveranstaltung, denn mit „Tea Bag“ gibt es auch einen veritablen Rockkracher, der ganz in der Tradition von Dinosaur Jr steht. „Through The Day“ hingegen kommt als entspannter Singer/Songwriter-Pop ganz geschmeidig um die Ecke gebogen, während „Last Bastion“ erstaunlicherweise an Black Sabbath erinnert. Mit dem Bonustrack „Waters Deep“ beschwören Brad gar die großartigen Kyuss wieder herauf. Wie bereits erwähnt: gemacht wird eben was gefällt. Und das ist auf „United We Stand“ eine ganze Menge!

 

Fazit: Brad liefern mit dem fünften Album „United We Stand“ ein ganz entspanntes, erdiges und rockiges Album mit allerlei Feinkostzutaten ab. Sie müssen ja auch keinem was beweisen und Druck gibt es auch keinen. Der Spaß steht deutlich im Vordergrund und genau dies macht die Klasse dieser Platte aus. Das ist kein weltbewegendes Album, aber ein verdammt schönes! Derart entspannte und ehrliche Musik würde man sich öfters wünschen!

 

http://www.thebandbrad.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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