Bleeker: Erase You

Bleeker: Erase You

Eleven Seven Music/Warner

VÖ: 10.02.2017

 

Wertung: 7,5/12

 

Hin und wieder schickt sich eine Band aus Kanada an, den alternativen Musikbereich mal gehörig aufzumischen. Der nächsten Band, der das gelingen könnte, ist Bleeker. „Erase You“ ist das Debütalbum, welches aber auch noch eine andere Seite der Band präsentiert und die könnte eventuell den einen oder anderen abschrecken. Mit so manchem Song rennt die Band nämlich in die Arme des Mainstreams und dann stellt sich schon die Frage, ob dahinter Kalkül steckt. Letztlich könnte sich dann nämlich der Plan, sich zwischen alle Stühle zu setzen, als der berühmte Griff ins Klo erweisen.

 

Nicht, dass wir uns falsch verstehen: „Erase You“ ist kein schlechtes Album! Im Gegenteil. Mit dem unglaublich lässigen „Highway“ startet die Kapelle in dieses Album mit einer Nummer, die alle glücklich machen wird, die auch The Black Keys in ihr Herz geschlossen haben. „Free“ hat Druck und ist an Coolness kaum zu übertreffen. Das geht deutlich in die Richtung von Royal Blood. Sauberer Start in diese Debüt!

 

„Getting Out“ bringt noch ein bisschen psychedelische Elemente unter und drückt ansonsten auf das Glamgaspedal. „Erase You“ knüpft daran an und so langsam schleicht sich das Gefühl ein, dass man es tatsächlich mit einer ersten Überraschung alternativer Musik für das Jahr 2017 zu tun haben könnte. Leider folgt dann ein Bruch. Die Ballade „I´m Not Laughing Now“ ist doch etwas zu süßlich und geht in die furchtbare Maroon 5 Richtung. Mit „Still Got Love“ und „Radio Radio“ gibt es leider auch nur Radiodurchschnittskost. „Where´s Your Money“ holt einen dann aber wieder ab. Allerdings klingt das auch wie eine Kopie von Royal Blood. Inspiration ist ja die eine Sache, aber komplett abgekupfert hat dann noch mal eine andere Qualität.

 

Das war allerdings auch nur ein kurzes Aufflackern, denn mit „Emergency“ folgt ein poppiger Song, der auch sehr stark auf das Radio zugeschnitten ist. Die Herzschmerzballade „Close My Eyes“ geht durchaus in Ordnung und hat auch noch genug Druck um nicht peinlich zu werden. „Every Time You Call“ beendet das Debüt dann noch mal im Stile des Albumsbeginns – also ziemlich gut.

 

Fazit: Bleeker legen mit „Erase You“ ein sehr solides erstes Album vor. Die Scheibe hat zwar ein paar Hänger und biedert sich hier und da zu sehr beim Mainstream an, dafür wird man aber mit Songs im Stile der Blacky Keys oder von Royal Blood entschädigt. Das Trio aus Kanada hat auf jeden Fall das Potenzial dazu nicht so schnell in der Versenkung zu verschwinden. In Zukunft dürfen sich die Herren aber gerne auf einem einzigen Stuhl platzieren und nicht dazwischen.

 

http://www.bleekerofficial.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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