Bleachers: Gone Now

Bleachers: Gone Now

Sony

VÖ: 02.06.2017

 

Wertung: 7/12

 

„Rollercoaster“ hat sicher noch jeder im Ohr. Der Song lief ja auch rauf und runter und sorgte dafür, dass das Pop-Projekt Bleachers und das Debütalbum „Strange Desires“ beim Mainstreampublikum ganz fett punkten konnten. Seitdem sind nun auch schon wieder drei Jahre vergangen. Jetzt veröffentlicht Jack Antonoff, der Kopf hinter Bleachers, mit „Gone Now“ endlich den Nachfolger. Er hat sich im Vorfeld dieser Veröffentlichung ein Tonstudio in einem New Yorker Apartment eingerichtet. „Ich wollte die Lieder aus den Lautsprechern hören, aus denen ich zum ersten Mal ‚Graceland‘ oder die Smashing Pumpkins im Radio gehört hatte“, erklärt er. Er verarbeitet immer noch den Tod seiner Schwester, die vor vierzehn Jahren verstarb. „Gone Now“ ist somit ein ganzes Stück erwachsener als das Erstlingswerk.

 

Bis auf das Saxofon hat der gute Jack „Gone Now“ komplett alleine eingespielt. Die Produktion hat er auch gleich noch mitübernommen. „Dream Of Mickey Mantle“ ist der euphorische Beginn, der sich nach hinten raus auch noch opulent steigert. Das dürfte auch allen The Killers-Fans gefallen. „Goodmorning“ hingegen lebt vom eindringlichen Gesang, der allerdings auch gewollt windschief ausgefallen ist. In die 80ies Disco geht es danach mit „Hate That You Know Me“. Die Scissor Sisters kommen einem da als Referenz in den Sinn. Die Musik konterkariert den sarkastischen Text ein wenig.

 

„Don´t Take The Money“ steigt noch weiter ab in die musikalischen Untiefen der 80er. Das geht ganz gut ins Ohr und an heißen Sommertagen kann man sich dazu sogar wunderbar durch die Häuserschluchten der Städte quälen Das gilt auch für „Everybody Lost Somebody“ mit seinem alles überbordenden Refrain. „All My Heroes“ ist zwar mit Synthesizern zugekleistert worden, man könnte sich das aber durchaus – wenn man die Synthies durch eine Band ersetzt – auch von Springsteen vorstellen. „Let´s Get Married“ ist nette Popmusik, bevor es mit „Goodbye“ sogar ein kleines Stück in Richtung Soul geht. „I Miss Those Days“ badet und windet sich in süßlichem Kitsch. Glöckchen wohin das Ohr auch hört. „Nothing Is You“ erinnert an OWL City, bevor es mit „I´m Ready To Move On/Mickey Mantle Reprise“ eine Art Kirmes-Electro-Saxofon-Reggae auf die Ohren gibt. „Foreign Girls“ könnte abermals von OWL City sein. Nett - aber auch nicht mehr.

 

Fazit: „Gone Now“ von Jack Antonoff aka Bleachers ist ein ganzes Stück erwachsener als das Debüt ausgefallen. Der Mann badet immer noch in den Sounds der 80er. Das ist Popmusik, die aber auch mal ein bisschen Soul zulässt. Ansonsten gibt es eine Mischung aus The Killers, OWL City oder den Scissor Sisters. Gute Laune gibt es hin und wieder kostenlos dazu. Es muss ja nicht immer nachhaltiger Natur sein.

 

http://www.bleachersmusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch