Beyond The Black: Lost In Forever

Beyond The Black: Lost In Forever

We Love Music/Universal

VÖ: 12.02.2016

 

Wertung: 6/12

 

Für Beyond The Black dürften sich letztes Jahr ein paar Träume erfüllt haben. Die Band wird selber nicht damit gerechnet haben, dass es so abgehen wird. Die europäische Metalszene hat die Kapelle jedenfalls schnell in ihr Herz geschlossen und der hiesige Metal Hammer hat das Erstlingswerk sogar als bestes Debütalbum des Jahres geehrt. Es ging mit Saxon auf Tour durch Großbritannien, die eigenen Konzerte in Deutschland waren allesamt ausverkauft und schließlich ging es an den Ort zurück, wo – mehr oder weniger – live alles angefangen hat: nach Wacken. Jetzt gibt es mit „Lost In Forever“ den Nachfolger.

 

Wer Beyond The Black mit dem ersten Album schätzen gelernt hat, wird nicht enttäuscht werden und „Lost In Forever“ hat sicher das Zeug dazu, dass die Anhängerschaft nun noch größer und eine richtig tiefe Liebe daraus wird. Die Weiterentwicklung der Kapelle ist ganz sicher auf die vielen Liveerfahrungen zurückzuführen und das schlägt sich nun natürlich auch auf die Studioproduktion nieder. Oder vielleicht doch nicht? Den Vorwurf der Retortenband, wenn man sich mal die Credits im Booklet anguckt, wird jedenfalls nicht entkräftet. Im Fokus steht ja im Grunde sowieso Jennifer Haben. Thorsten Brötzmann, Produzent diverser Castingbands, ist auch wieder mit im Boot.

 

Die Produktion ist natürlich auch dieses Mal wieder richtig fett. Internationale Ansprüche und so. Wie soll und kann man das nun einordnen? Symphonischer Metal trifft es wohl, gleichwohl das letztlich auch sehr poppig ist. Hört man sich „Beautiful Lies“ an, dann ist Santiano nicht mehr weit entfernt. Im Bierzelt lässt sich dazu auch schunkeln. Der Titeltrack „Lost In Forever“ haut zu Beginn ordentlich auf die Kacke, ist aber auch bombastisch aufgeblasen, dass einem schwindelig werden kann. Ein epischer Keyboard-Klangteppich trifft auf ein Metal-Gitarrensolo aus dem Lehrbuch. Klingt nach Baukausten.

 

Und so geht es dann durch dieses Album. „Written In Blood“ walzt nach dem operettenhaften Auftakt alles nieder, bevor die Nummer ins Balladenfach wechselt. Nightwish und Within Temptation lassen da grüßen. Egal ob „Beyond The Mirror“ oder „Halo Of The Dark“ das ist derart auf dicke Hose getrimmt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Irgendwann langweilt das nur noch und der Aufbau der Stücke ist immer ähnlich gestaltet. „Forget My Name“ ist da der negative Höhepunkt. „Burning In Flames“ hört sich so an, wie es der Titel vermuten lässt. Darf es noch ein symphonischer Popsongs für das Radio sein? Bittschön, „Nevermore“ erfüllt dann auch diese Erwartungen. „Love´s A Burden“ könnte dann zum Schluss glatt einem Musical entsprungen sein.

 

Fazit: Wer das Debüt von Beyond The Black mag, wird auch auch „Lost In Forever“ in sein Herz schließen. Der symphonische Rock geht auch jetzt wieder deutlich in die Richtung von Nightwish und Within Temptation. Die Musiker, die die ihnen auf den Leib geschriebenen Songs einspielen, machen ihre Sache durchaus gut. Auch Sängerin Jennifer kann was – keine Frage. Trotzdem hört sich das auch in der zweiten Runde nach Reißbrettentwurf an und ist nur leidlich spannend und der Aufbau ist im Grunde bei jedem Song gleich.

 

http://www.beyondtheblack.de/

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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