Benny Andersson: Piano

Benny Andersson: Piano

Deutsche Grammophon/Universal

VÖ: 29.09.2017

 

Benny Andersson hat der Welt unzählige Musikklassiker beschert. Als federführender Songwriter für ABBA hat er immer wieder den Nerv von sehr vielen Menschen getroffen. Oftmals mitten ins Herz. Auf eine halbe Milliarde verkaufter Tonträger können nur ganz wenige Musiker Stolz sein. Der schwedische Musiker, Komponist und Produzent hat sich mit „Piano“ nun einem ganz besonderen Projekt gewidmet. Der Titel lässt ja unschwer erkennen wohin die musikalische Reise geht und wenn dann ein Album noch bei Deutsche Grammophon erscheint, dann dürfte klar sein, dass man sich hier in die Klassikabteilung begibt.

 

Andersson ist ja ein Autodidakt, der sich in jungen Jahren das Klavierspielen selbst beigebracht hat. Die Liebe zum Flügel hat ihn sein ganzes Leben begleitet und somit ist es gar nicht so überraschend, dass er nun eben „Piano“ veröffentlicht. Auf diesem Werk hat sich der Schwede einige ABBA-Klassiker, aber auch aus seinem Soloschaffen oder seinem Chess-Musical ausgesucht, auf das Nötigste reduziert und für sein Klavier entsprechend arrangiert.

 

21 Lieder gibt er hier zum Besten. Es gibt übrigens keine weiteren Instrumente zu hören und schon gar keinen Gesang. Seine Sologeschichten wie „Tröstevisa" und „Stockholm By Night“ sind vermutlich einem größeren Publikum bisher verborgen geblieben und dürften nur eingefleischten Fans – na gut, davon gibt es schon eine ganze Menge – bekannt sein. Es gibt aber auch eben bekannte Klassiker vom Schlage „Thank You For The Music“ oder „The Day Before You Came“ und „Let The Music Speak“ zu hören. Das ist nett und für die nun beginnende dunkle Jahreszeit sicherlich auch sehr passend. Getragene Interpretationen, die zum Träumen einladen und verleiten. Das ist melancholisch und natürlich klassisch. Leider ist das Album aber auch viel zu lang geraten, denn es wird selten die Stimmung gewechselt und einen richtigen Spannungsbogen gibt es auch nicht. Das mag handwerklich vielleicht gut umgesetzt worden sein, es plätschert aber eben auch ziemlich gemächlich dahin.

 

Fazit: Wer Benny Andersson für sein Klavierspiel schätzt und liebt, wird mit „Piano“ sehr viel Freude haben. Hier wird seine Karriere in einem Klassikgewand abgebildet. 21 Songs sind – sofern man nicht ein unbedingtes Faible dafür hat – aber auch viel zu viel. Abwechslung gibt es kaum und das plätschert alles in einem gemütlichen Tempo und einer melancholischen Stimmung dahin.

 

Text: Torsten Schlimbach

S U C H E
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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch