Ben Reel: Land Of Escape

Ben Reel: Land Of Escape

Tap-Water Records/Alive

VÖ: 30.03.2018

 

Wertung: 8/12

 

Ben Reel ist ein irischer Musiker, der bei einem kleinen und feinen Kreis ein sehr angesehener Vertreter seiner Zunft ist. Jetzt veröffentlicht er mit „Land Of Escape“ bereits sein achtes Studioalbum. Entstanden ist es in seinem eigenen Studio in South Armagh. Dort wurden die Songs auch produziert. Die zwölf Tracks bestechen mal wieder durch eine Authentizität, die der heutigen Musiklandschaft meist komplett abgeht.

 

In weitestem Sinne ist „Land Of Escape“ von der Grundstimmung ein Folk-Album. Es gibt aber weit verzweigte Musikwege, die Ben Reel mit seinen Songs einschlägt. So ist die grandiose Albumeröffnung musikalisch unglaublich vielschichtig. Das könnte auch einer dieser ruhigeren Tom Petty-Songs seines Spätwerks sein, erinnert gleichzeitig aber auch an Dylan, ist aufgrund der Flöte aber auch Jethro Tull nicht unähnlich. „Fields Of Dreams“ könnte man sich abermals von Dylan oder Petty vorstellen. Zunächst mutet das Stück unspektakulär an, ist aber unglaublich vielseitig. Die Slide Guitar trägt diese Nummer wunderbar. „Soldier Of Love“ ist danach etwas dramatischer und opulenter ausgefallen. Das entspannte „Fish Out Of Water“ ist deutlich im Americana-Fach zu finden. Meist bewegt sich das alles im Midtempo-Bereich, wodurch das eine verträumte Note erhält.

 

„Healing Hands“ bringt noch ein paar elektronische Spielereien unter. Die melancholische Ausrichtung gibt dem Song die Würze. „Some Mercy“ ist ein Song, der seine irische Heimat musikalisch wunderbar erkennen lässt. „I See Paradise“ oder „Misty Morning Rain“ plätschern etwas zu gemächlich so dahin, aber das passt natürlich trotzdem wunderbar in den Fluss des Albums. „Suffer In Silence“ ist unaufgeregt, besticht aber mit einer tollen Atmosphäre. Der Aufbau bei „Drifting“ ist schon toll. Der Gesang ist teilweise nahe am Flüstern, wodurch die Atmosphäre noch mal verstärkt wird. Das kraftvolle und sehnsuchtsvolle „Paradise Found“ kriegt durch das Violinenspiel und die elektrische Gitarre zusätzliche Ausdruckskraft verliehen. Mit „Smoldering Simmering“ schließt sich der Kreis zum Auftakt auf wundervolle Art und Weise.

 

Fazit: Ben Reel veröffentlicht kontinuierlich Alben – und dies auf hohem Niveau. „Land Of Escape“ ist abermals ein richtig gutes Werk. Die Songs sind von der Grundsubstanz sicher beim Folk zu finden, es gibt aber auch sehr viele Americana-Momente zu entdecken. Die Umsetzung ist sehr authentisch. Das wird alles in tolle Arrangements eingebettet und die Atmosphäre, die von der Musik ausgeht, ist schlichtweg bezaubernd. Da nimmt man auch ein paar Plätschersongs gerne mit.

 

http://www.benreel.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch