Ben Rector: Magic

Ben Rector: Magic

Ok Kid

VÖ: 22.06.2018

 

Wertung: 8/12

 

Wer für die Coveridee des neuen Ben Rector Albums „Magic“ verantwortlich ist, sollte seine Jobwahl noch mal überdenken. Man denkt dabei an schlimmste Auswüchse der Musik der 80ies. Es ist nicht so, dass es auf diesem Album nicht auch durchaus Anleihen an das bunte Jahrzehnt geben würde, aber nicht auf die Art und Weise wie es das Cover mitunter vermittelt. Das Album von Ben Rector bietet auf eine sehr angenehme Art und Weise Popmusik, die durchaus die Handschrift eines Singer/Songwriters trägt. „Magic“ wurde u.a. von Tony Hoffer (Beck, Air, M83) und John Fields (Goo Goo Dolls, All Time Low) produziert.

 

Die dreizehn Songs sind oftmals melancholisch angehaucht, vermitteln aber auch unbändige Freude. Der schmissige Pop von „Drive“ ist da auf seine Art die Blaupause des Sounds. Mit dem ruhigen „Extraordinary Magic“ startet Rector nachdenklich und sehr sanft in den Songreigen. „Old Friends“ passt da auch ganz hervorragend rein. Das Stück basiert größtenteils auf einem Pianothema, ist aber noch poppig aufgehübscht worden. Der Titel lässt ja schon erahnen, dass es sich da auch um eine nostalgische Reise in die Vergangenheit handelt. Eine Hommage an die Kindheitsfreunde von Rector!

 

Rector kann aber noch mehr. „Duo“ groovt wunderbar durch den Gemüsegarten. Bitte die Tanzschuhe anziehen! „Kids“ ist zwar auch völlig drüber und mit allen Zutaten, die der Giftschrank des Pop zu bieten hat, angerichtet, aber irgendwie schafft es Rector wiederum, dass man trotzdem seinen Spaß daran hat. Auch die Nummer ist voller Nostalgie. Und wie wundervoll ist bitte „Sometimes“? Elton John oder Billy Joel schreiben solche Songs ja leider nicht mehr. „Wherever You Are“ ist eine weitere Popnummer, die zwischen Singer/Songwriter und Mainstreamradio pendelt. Es gibt da aber weitaus schlimmere Sachen im Formatradio auf die Ohren. Wäre „Over And Over“ mit anderen Mitteln umgesetzt worden, könnte man sogar von Rock sprechen. Das feine „Peace“ läutet schon mal den ruhigen Abschluss ein, der dann in „Love Like This“ mündet und an Ben Folds erinnert.

 

Fazit: „Magic“ ist ein Album, welches den Spagat zwischen Pop und Anspruch schafft. Zwischen bunter Musik und Singer/Songwriteranleihen. Manchmal ist das etwas drüber, in den ruhigen und melancholischen Momenten dafür umso nachhaltiger. „Magic“ ist der Beweis dafür, dass moderne Popmusik nicht zwangsläufig ein Wegwerfprodukt sein muss.

 

https://www.benrectormusic.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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