Bear´s Den: Without/Within (EP)

Bear´s Den: Without/Within (EP)

Communion Records

VÖ: 28.10.2013

 

Wertung: 8/12

 

Bear´s Den sind ungemein fleißig. Das Londoner Trio tourte sich dieses Jahr sprichwörtlich den Hintern ab und spielte an jeder Milchkanne. Höhepunkt war sicher der Auftritt im Rahmen von Mumford's & Sons' Summer Stampede im Queen Elizabeth Olympic Park vor 60.000 Zuschauern. Bear´s Den haben dabei nicht vergessen Songs zu schreiben und aufzunehmen. Man könnte auch davon sprechen, dass die Band einen Lauf hat. Nach der hervorragenden „Agape“ EP legen sie mit „Without/Within“ nach. Für ein ganzes Album hat es aber immer noch nicht gereicht, denn auch hierbei handelt es sich um eine EP. Nimmt man beide zusammen, dann kommt man ja fast auf ein vollwertiges Album.

 

Bear´s Den haben sechs neue Songs aufgenommen. Diese sind anders als jene von der EP zu Beginn des Jahres. Das mag oberflächlich betrachtet zwar noch im Folk verwurzelt sein, hat sich aber ein ganzes Stück hin zum Pop geöffnet. Das Raum umspannende „Sahra Pt.II“ lässt daran keine Zweifel aufkommen. Der Auftakt mit „Sahra Pt. I“ führt einen da zunächst etwas auf die falsche Fährte. Bear´s Den hören sich in diesen großen, pathetischen Momenten sehr stark nach Snow Patrol an. „Don´t Let The Sun Steal You Away“ hat durch das Banjo noch mal ein bisschen was von den Bear´s Den zu Beginn des Jahres. Aber auch dieses Stück schwellt nach hinten raus fast schon bombastisch an.

 

„Writing On The Wall“ ist von der Instrumentierung her gar fröhlicher Pop. Das ist alles ganz gut, erreicht aber nicht die ergreifende Klasse von „Agape“. Und dann kommt „Sophie“. Mit einer Brüchigkeit und einem dezenten Folkkleid ist dieser berührende Song ein Treffer mitten in die Herzen. „My Lair“ wird zum Schluss gar noch dramatisch, aber auf eine wohltuende reduzierte Form. Schöner EP-Abschluss!

 

Fazit: „Without/Within“ lässt eine deutliche Weiterentwicklung von Bear´s Den erkennen. Fordern wir alle das nicht immer von den Künstlern ein? Und wenn dies dann geschieht, ist es auch wieder nicht gut? Bear´s Den wenden sich deutlich dem Pop zu, lassen den Folk aber nicht gänzlich bedröppelt vor der Tür stehen. Das mag den Anhängern der ersten Stunde vielleicht nicht gefallen, aber der Truppe dürfte es nun endgültig die Tür zu den Radiostationen öffnen. Was bleibt letztlich? Gute Musik und das ist doch auch schon sehr viel wert.

 

www.bearsdenmusic.co.uk

http://www.youtube.com/watch?v=VOgd9U4hYtc,

 

Text: Torsten Schlimbach

Bear´s Den: Agape (EP)

Bear´s Den: Agape (EP)

Communion Records

VÖ: 18.03.2013

 

Wertung: 10/12

Tipp!

 

Wie viele Bands verträgt der Hypezug bevor er entgleist? Oder ist das Platzangebot unbegrenzt? Will überhaupt noch einer eine diese aufstrebenden Folkbands hören oder kommt es den Leuten nicht schon zu den Ohren heraus? Mit Bear´s Den tritt jetzt eine Kapelle auf den Plan, die diese Fragen alle zunichte macht. Hört man sich deren Debüt-EP an, dann wird einem schnell klar, dass gute Musik weder eine Schublade noch einen Hype braucht. „Agape“ ist über jeden Zweifel erhaben und schwebt über den Dingen.

 

Das Londoner Trio hat sich bisher sowieso voll und ganz der DIY-Mentalität verschrieben. Die Gründe mögen vielfältiger Natur sein. Vielleicht hat kein Label angebissen, vielleicht ist es aber auch Einstellungssache oder eine Mischung beidem. Fakt ist jedenfalls, dass Bear´s Den mit dem Van quer durch Großbritannien schaukelten und an jeder Milchkanne spielten. Dabei sprangen dann auch noch Support-Slots für Of Monsters And Men und Mumford & Sons in der Londoner O2 Arena heraus. Die EP, die in einer Hütte in Wales aufgenommen wurde, verkauften sie eigenhändig auf den Konzerten.

 

An den fünf Songs von „Agape“ gibt es eigentlich so rein gar nichts zu bemängeln. Kein Ton ist zu viel, keine Sekunde verschenkt und einfach alles großartig. Der Satzgesang des Titelstücks erinnert natürlich an Mumford & Sons und „A Year Ago Today“ scheint zumindest von dieser Band inspiriert zu sein. Die Nummern sind aber ein ganzes Stück erdiger. Hitqualitäten hat das aber allemal. Gerade der Song „Agape“ sollte eigentlich im Radio hoch und runter gespielt werden. Die akustische Fingerübung „Isaac“ ist von einer unschuldigen Reinheit durchzogen, dass alles andere dagegen wie die Ausgeburt der Hölle wirkt. „Mother“ hört sich an, als hätten sich Wilco, Nick Cave, Tom Waits und Crosby, Stills, Nash & Young in der Walpurgisnacht zum gemeinsamen Musizieren getroffen. „When You Break“ reißt einen dann auch noch runter. Zu diesen Klängen kann man sich wunderbar in seinem Elend suhlen und selbst wer das nicht kennt, hat spätestens jetzt eine mittelschwere Sinnkrise.

 

Fazit: Bear´s Den ist ein neuer Stern am Folkhimmel. Dies ist abermals eine neue und aufstrebende Band, die es verdient hat gehört zu werden. Die Debüt-EP „Agape“ enthält fünf großartige Songs, welche mit einem ungemein erdigen Sound Herz und Seele berühren. Tolle Songs, tolle Band! Bleibt zu hoffen, dass das Trio irgendwann auch ein Album nachschiebt!

 

www.bearsdenmusic.co.uk.

 

Text: Torsten Schlimbach

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