Barbara Streisand: The Music...The Mem´ries...The Magic! - Live In Concert (2CDs)

Barbara Streisand: The Music...The Mem´ries...The Magic! - Live In Concert (2CDs)

Sony

VÖ: 08.12.2017

 

Wertung: 6,5/12

 

Vermutlich hat man das hierzulande nicht so auf dem Schirm, aber Barbara Streisand ist eine der erfolgreichsten Frauen im Musikgeschäft. In der Wahrnehmung hier dürfte sie eher als Schauspielerin bekannt sein. Die Dame hat aber das Kunststück verbracht in sechs verschiedenen Jahrzehnten Nummer eins Alben zu landen. 52 Gold-, 31 Platin- und 13 Multiplatin-Alben sprechen eine deutliche Sprache. „The Music...The Mem´ries...The Magic!“ dürfte sich auch noch mal in diese erfolgreiche Reihe einsortieren. Zwei Oscars, fünf Emmys, zehn Golden Globes, acht Grammys, zwei Special-Grammys und einem Special-Tony-Award hat sie auch noch irgendwo auf dem Kaminsims stehen.

 

Die 2CD-Version von „The Music...The Mem´ries...The Magic!“ ist mitunter die bessere Wahl, denn nur dort gibt es das gesamte Konzert vom 5. Dezember 2016 mit allen Ansagen und Ansprachen zwischen den Songs zu hören. Es gibt natürlich auch jede Menge Anekdoten und sie geht auf den Schaffensprozess ihres letzten und aktuellen Albums „ENCORE Movie Partners Sing Broadway“ ein – kurzum sie erzählt sehr viel, was gerade ihre Fans erfreuen dürfte. Die ganze Geschichte wurde auch gefilmt und ist bei dem exklusiven Netflix Konzert-Special „Barbra: The Music…The Mem’ries…the Magic!“ seit dem 22. November zu sehen.

 

Natürlich ist ein Konzert von Barbara Streisand nicht mit Konzerten aus dem Pop- oder Rockbereich zu vergleichen. Es gibt eine Overture, dann wird sie angekündigt und dann beginnt die große Dame nicht etwa mit einem Song, sondern begrüßt zunächst das Publikum. Vor „Being Alive“ redet sie fast zweieinhalb Minuten. Das ist in allen Belangen eine intensive Angelegenheit. Die Nummer selber ist ja recht schmissig und verleitet dann auch mal zum mitwippen. Sie ist auch noch in ihrem fortgeschrittenen Alter gut bei Stimme. „You Don´t Bring Me Flowers“ berührt einen immer noch. Diese kleine Ballade ist einfach zeitlos. „Directing Movies“ ist eine weitere ausführliche Rede von Frau Streisand. Das kann allerdings bei mehrmaligem Genuss auch ganz schön nerven, sofern man nur die Songs hören möchte, denn dann muss man natürlich skippen, was aber auch nicht immer möglich ist. Vielleicht braucht es das aber auch, damit man die Intensität von „Papa, Can You Hear Me?“ erst so richtig genießen kann.

 

„Who Can I Turn To (When Nobody Need Me)“ ist durch einen Musical-Charakter schon sehr speziell. Man muss sich in dieses Duett reinfinden, dann kann man dem Song auch sehr viel Schönes abgewinnen. Spätestens bei „How Lucky Can You Get“ wird es dann doch etwas viel mit dem Gerede. „Don´t Rain On My Parade“ holt einen wieder etwas aus der Lethargie heraus und „Climb Ev´ry Mountain“ ist auch ganz wundervoll. Hier ist Jamie Foxx dabei, der Ray Charles ja wunderbar interpretieren kann. Aber auch bei diesem Stück wird zunächst mal ordentlich alles zerredet. Das wird sich bis „I Didn´t Nown What Time It Was“ auch nicht mehr ändern. Danach gibt es noch drei Bonustracks. Und schon mit „By The Way“ geht es weiter mit dem Hörbuch. „Children Will Listen“ ist aber tatsächlich berührend. „Everything Must Change“ bildet dann den Abschluss des Sets.

 

Fazit: Für Fans von Barbara Streisand ist „The Music...The Mem´ries...The Magic! - Live In Concert“ sicher eine ganz tolle Geschichte. Die große Dame des Showgeschäfts erzählt hier nämlich eine ganze Menge über die Songs, einige Anekdoten und aus ihrem Leben. Wer nur die Musik genießen will, kriegt dann aber auch leider ein Problem, denn man kann das ganz Gerede ja nicht abstellen. Oftmals lässt sich das nicht mal skippen, weil es eben zu den einzelnen Tracks gehört. Das ist auf lange Sicht gesehen schon ziemlich ermüdend und man wird sich nur ungern hinsetzen und das komplett anhören. Es fehlt zudem die visuelle Komponente, als DVD und Blu-ray wird das wesentlich mehr Spaß machen. Die Konzertreihe, die Barbara Streisand durch 13 Städte führte, bekam zwar überragenden Kritiken, auf CD kann das aus oben genanntem Grund jedoch nur bedingt überzeugen.

 

http://www.barbrastreisand.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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