Band Of Skulls: By Default

Band Of Skulls: By Default

BMG Rights/ADA/Warner

VÖ: 27.05.2016

 

Wertung: 7,5/12

 

Die Band Of Skulls wollten und mussten eine neue Richtung einschlagen. Mit den vorherigen drei Alben, die eine Art Trilogie darstellen, war der Weg einstweilen komplett abgeschritten. Das Trio machte aus der Not eine Tugend und hat tatsächlich noch mal den Popo hochbekommen. Sie mieteten sich in einer Baptistenkirche in Southhampton ein und brachten dort das Material auf den Weg, welches nun als „By Default“ veröffentlicht wird. Danach begaben sich mit Produzent Gil Norton in die Rockfield Studios und nahmen das Album schließlich auf.

 

„By Default“ ist kein schlechtes Album. Es hat verdammt gute Hooklines, Melodien für Millionen Rockfans und ja, es rockt! Und doch stimmt hier irgendwas nicht. Man hat nämlich teilweise das Gefühl, dass man das alles schon mal gehört hat. Nicht von der Band Of Skulls, sondern von anderen Künstlern. Natürlich kann im Jahre 2016 die Rockmusik nicht mehr neu erfunden werden, denn schließlich war alles schon mal da, aber die Melodien kommen einem doch oftmals merkwürdig vertraut vor.

 

Und dann hat die Band mit „Black Magic“ einen derart starken Opener am Start, dass der Rest des Albums dagegen dann doch etwas abfällt. Es ist die Sorte Hit, die auch Royal Republic zu einigem Ruhm verholfen hat. Knaller Rocksong. „Back Of Beyond“ löst dann ein weiteres Aha-Erlebnis aus und spätestens das Riff kommt einem mehr als bekannt vor. Mit „Killer“ hat das Trio dann die Sorte Alterantivrocksong im Gepäck, die auf Festivals dafür sorgen wird, dass zum Refrain eine beeindruckende Menge auf und ab springen wird. Jack White schreibt hin und wieder solche Songs. „Bodies“ erinnert ganz stark an Gossip und mal ehrlich, „Tropical Disease“ klingt nach einer modernen Version von The Doors. „Break On Through“ ohne Geklimper. Und so geht es munter durch dieses Werk. Das macht schon Spaß, keine Frage. Noch mal eine Prise Gossip gefällig? „So Good“ wird da die Herzen erfreuen. „This Is My Fix“ haut dem Glamrock ordentlich auf den Allerwertesten, während „Little Mamma“ schon einen saucoolen Groove an den Tag legt. „Embers“ erinnert dann an die nächste Kapelle mit Welterfolg: Muse. „In Love By Default“ ist ganz nett, aber beileibe kein Aushängeschild des Albums. Allerdings wird nach zwei Minuten sehr schön das Tempo variiert und die Richtung gewechselt. Das düstere „Erounds“ beendet „By Default“ auf etwas merkwürdige Art, hat aber auch Ohrwurmqualitäten. Aber es ist ja nicht aller Tage Abend, denn dann wird es doch noch schunkelig.

 

Fazit: „By Default“ ist das vierte Album der Band Of Skulls. Es ist ein amtliches Rockalbum des Alternativbereichs. Vieles kommt einem sehr vertraut vor. Nicht, weil es das Trio schon mal so ähnlich gemacht hat, sondern weil man das von anderen Künstlern schon auf ganz ähnliche Art und Weise gehört hat. Für sich gesehen hat „By Default“ aber eingängige Melodien, gute Hooklines und ordentlich Pfeffer im Hintern.

 

http://www.bandofskulls.com/

 

Text: Torsten Schlimbach

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