Babymetal: Metal Galaxy

Babymetal: Metal Galaxy

Edel/earMUSIC

VÖ: 11.10.2019

 

Wertung: 6/12

 

Das Phänomen Babymetal ist in unseren Breitengraden noch nicht so richtig angekommen. In Japan ist dieses Produkt allerdings ein ganz großes Ding und die Mädels, die man da im Vordergrund sehen kann und die das Gesicht hinter Babymetal sind, haben durchaus den Superstarstatus inne. Vielleicht wird bei einer jüngeren Zuhörerschaft nun auch hierzulande das Fieber entfacht. Bewerten kann man „Metal Galaxy“ im Grunde sowieso nicht, denn bei Babymetal ist die visuelle Umsetzung von großer Bedeutung und hier verschmelzen ja Musik und Tanz zu einer Einheit. Aus der Konserve fällt der letzte Part natürlich flach.

 

Wendet man sich also „Metal Glory“ nur aufgrund der Musik zu, dann ist das auf die volle Albumdistanz schon unglaublich anstrengend. Mit Metal hat das ja eigentlich auch nur bedingt etwas zu tun. Der klinische Sound nervt zudem ungemein und das elektronische Gewitter zwischendurch soll vielleicht so etwas wie Härte suggerieren, ist aber nervig bis zum Dorthinaus.

 

Immerhin kann man diesem Album eine große Bandbreite und Vielseitigkeit attestieren. „Oh! MAJINAI“ ist ein derartiges Humpa-Geboller, dass es auch in den Festzelten oder im nächsten Malle-Club für Stimmung sorgen könnte. „PA PA YA!“ hingegen ist eine Mischung aus Nu-Metal, Rap und J-Pop. Zum Schluss wird dann mit „Starlight“, „Shine“ und „Arkadia“ das Album noch mit einem zusammenhängenden Thema beendet. Die Trilogie des Lichts ist langweilig und erfüllt jedes schlechte Klischee.

 

Entweder man mag Babymetal oder eben nicht. Die Musiker, die hinter dem Projekt stehen, können aber definitiv was. Virtuos und technisch sehr gut aufgestellt präsentieren sich die Personen, die für den Sound und die Umsetzung zuständig sind. Warum Babymetal polarisiert zeigt schon der erste richtige Track. „Da Da Dance“ ist eine komplette Vollkatastrophe. Die Piepsstimmchen sind zudem noch verfremdet, nerven und der ganze Sound ist ein kompletter Reißbrettentwurf. Ein Marketingkonzept ohne Herz und Seele? Definitiv!

 

„Elevator Girl“ schafft es besser einen abzuholen. Zwischen brachial und unglaublich eingängig stimmt die Balance. „Shanti Shanti Shanti“ mit seinem folkloristischen Unterbau lässt aufhorchen und überzeugt gerade durch dieses Stilmittel. Einen absoluten Brecher hat das Duo mit „Distoprtion“ am Start. Arch-Enemy-Frontfrau Alissa White-Gluz lässt ihre Growls hier von der Leine und als Zuhörer hat man danach eine neue Frisur.

 

Fazit: Babymetal werden auch mit dem dritten Album „Metal Galaxy“ wieder polarisieren. Metalheads werden in der Mehrheit wieder die Nase rümpfen und von einem Marketingprojekt sprechen. So ganz entkräften kann dieses Album diesen Vorwurf auch nicht. Es ist zwar vielseitiger aufgestellt als die beiden Vorgänger, klingt aber trotzdem meist nach einem Reißbrettentwurf. „Metal Galaxy“ hat aber durchaus ein paar beachtliche Momente, offenbart über die volle Distanz auch sehr viele Längen. Anhänger der japanischen Kultur und des J-Pop werden hier sicher noch am ehesten abgeholt.

 

http://www.babymetal.com/en/

 

Text: Torsten Schlimbach

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Dream Out Loud Magazin: © Torsten Schlimbach / Header: © Kai Knobloch