Ayreon: Universe – Best Of Live

Ayreon: Universe – Best Of Live

Mascot Label Group

VÖ: 30.03.2018

 

Arjen Anthony Lucassen hat letztes Jahr sein Epos „The Source“ veröffentlicht und konnte damit seine Fans begeistern. Im Progressiven Metal ist der Niederländer ja sowieso eine große Nummer. Seine Konzeptalben folgen immer einer Geschichte. Das ist musikalisch zumeist vertrackt und man kann sich in den Welten von Ayreon – so der Projektnamen, unter dem er seine Arbeiten veröffentlicht – verlieren. Er wird dabei von vielen Gästen begleitet und unterstützt, aber natürlich ist der Multiinstrumentalist der Kopf der ganzen Geschichte. Liveauftritte sind aber nicht sein Ding. Der Mann hat Lampenfieber und Panikattacken. Umso überraschender, dass der Mann nun das vorliegende Projekt „Universe – Best Of Live“ realisieren konnte.

 

Aufgezeichnet wurde die Sause letztes Jahr in Tilburg. An drei aufeinander folgenden Abenden präsentierte er dort ein stimmiges Set mit Songs bestehend aus seinem gesamten Backkatalog. Die Fans reisten aus der ganzen Welt an. 30 Kameras waren vor Ort. Lucassen hat sich zudem zwei Dutzend Gastmusiker eingeladen. Die Konzerte dauerten jeweils länger als zwei Stunden. Bedacht wurden dabei Songs aller Phasen – angefangen bei „The Final Experiment“ von 1995 bis zum aktuellen „The Source“. Auf einem riesigen HD-Bildschirm gab es dazu verschiedene Projektionen zu sehen. Die Vorbereitungen nahmen unglaubliche zwei Jahre in Anspruch.

 

Zur Besprechung liegen lediglich die Audio-Tracks vor, somit kann auf das Bildmaterial nicht eingegangen werden. Die 28 Songs knallen aber auch ohne visuelle Untestützung ordentlich rein. Ayreon hat hier wieder seinen ganz eigenen Kosmos erbaut.

 

Der Reiz der Musik besteht aus den vielen Musikwelten, die hier zusammengesetzt werden. „Abbey Of Synn“ ist klassischer Metal, wagt aber auch einen Sprung in die elektronische Moderne, ist gleichzeitig aber auch der Klassik nicht fremd. Bei „River Of Time“ ist es dann der keltische Einfluss, der sich in den Metal einschleicht. Das ist dramatisch überzeichnet und hat dann auch eine Art Musicalcharakter. „The Blackboard“ bringt dann auch noch einen kleinen Folkteil unter, wobei die Damenstimme dann auch eher wieder in Richtung Musical geht. Danach gibt es die Prog-Vollbedienung. Die musikalische Vielfalt ist zudem extrem hoch. Die Flöte, wie bei „Valley Of The Queens“, ist in der Rockmusik ja nicht gerade ein ständiger Begleiter. Der Elfengesang bei „Ride The Comet“ nervt aber. Nun gut, wer Within Temptation mag, wird auch das mögen. „Loser“ hat gar was von der Rocky Horro Picture Show. Und ein Didgeridoo gibt es auch noch zu hören.

 

Die dramatischen Sprachanteile, wie beim „Prologue“ oder „The Two Gates“, lassen einen an eine Meat Loaf-Inszenierung denken. Die Umsetzung ist natürlich schon toll, sowohl musikalisch wie auch gesanglich. Auch der Aufbau von „Into The Black Hole“ ist schon grandios. Man sollte allerdings unbedingt ein Faible für den ganzen Bombast haben. Man kann sich natürlich auch in das verträumte „Actual Fantasy“ fallen lassen. Für Fans ist das natürlich ein Fest und ein Flug durch andere Sphären, der bis „Day Eleven: Love“ und „The Eye Of Ra“ nicht endet.

 

Fazit: Das Live-Set ist von der spielerischen Umsetzung und der gesanglichen Leistung der verschiedenen Protagonisten ziemlich toll. Das ist progressive Musik, die oftmals die Grenze zu einem Musical überschreitet. Muss man mögen, klar. Eine Bewertung entfällt an dieser Stelle, da das Material der DVD/Blu-ray nicht gesichtet werden konnte. Für Fans von Ayreon ist das aber natürlich eine Pflichtveranstaltung!

 

www.facebook.com/ArjenLucassenOfficial 

 

Text: Torsten Schlimbach

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